Computerlogbuch

Monday, 23.05.2005

Mach doch kein römisch-griechisch!

Auf dem Wecker (dessen Batterie ich wechseln wollte) steht auf dem Ziffernblatt “ISOVOX”.
Wolfgang:Ist doch logisch: “große Stimme”. Genug Krach macht das Biest ja.
Mama:Aber… “iso” heißt doch “gleich”, zum Beispiel “isometrisch” oder “isotop”.
Wolfgang:Auch wieder richtig. Aber wie komm ich jetzt drauf, dass “iso” groß heißt? Hä…?!?
Pause
Das ist bestimmt finnisch. Genau, das eine Ding hieß doch Isoranta, großes Ufer.
(geht los, um ins Finnisch-Lexikon zu kucken)
Vorsicht: Finnisch lernen gefährdet Ihren humanistischen Wortschatz!

# 23.05.2005 20:08 · Antworten · Finnland

Saturday, 14.05.2005

In den Süden

Ursprünglich war angedact, dass Christoph mich in Joensuu besucht, und wir dann gemeinsam zurück nach Deutschland fliegen (samt günstigen Nebeneffekten beim Gepäcktransport). Diesen Plan haben wir wegen der Kürze der Zeit und der Länge der Zugfahrt verworfen, und stattdessen ein schönes Wochenende in Turku und Helsinki verbracht – bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Photos gibt es, sobald ich sie Christophs Superkamera abgeluchst habe.

Erst als wir am Montag in Richtung Flughafen aufbrachen, fing es an zu regnen; das war relativ passen, denn in Stuttgart schüttete es aus Kübeln. Das hat Jo, Katja, Rebekka und Gregor aber nicht davon abgehalten, als Empfangskommittee zu erscheinen – ihr seid klasse!

# 14.05.2005 11:55 · Antworten (1) · Finnland

Friday, 22.04.2005

Benutzerfreundliche Margarine


 Margarine mit Skala. In groß (340 KB)

Es ist nichts besonderes, es ist eigentlich nicht genauer als über-den-Daumen halbieren, aber irgendwie finde ich es pfiffig, eine Gramm-Einteilung auf die Margarinenpackung zu drucken.

# 22.04.2005 17:28 · Antworten (4) · Finnland

Tuesday, 19.04.2005

Man fasst es nicht


 Schnee im Frühjahr.

Ich hab ja schon gestern abend meinen Augen nicht getraut, als ich allen Ernstes in einen Mini-Schneesturm geraten bin, aber das hier … es muss wohl über Nacht noch fleißig weitergeschneit haben. Unerhört.

Nachtrag (20:00): Alles halb so doppelt. Inzwischen ist das meiste schon wieder weggetaut. Trotzdem, allmählich hab ich genug vom Schnee.

# 19.04.2005 07:49 · Antworten (4) · Finnland

Saturday, 09.04.2005

Ausflug nach Valamo

Die International Section der Student Union hat einen Ausflug zum orthodoxen Kloster Valamo organisiert, das etwa eine Stunde von Joensuu idyllisch an einem See liegt (schließlich sind wir in Finnland). Geführt wurden wir von Teppo, einem Studenten der orthodoxen Theologie, der zur Feier des Tages extra in kirchlicher Robe erschien. Ein paar Bilder gibt es wie immer in der Camera.

# 09.04.2005 13:54 · Antworten (1) · Finnland

Thursday, 31.03.2005

Es ist Sommer!

Und damit meine ich nicht die kürzliche Umstellung zur Sommerzeit.

Aber ich muss wohl irgendwas verpasst haben, denn “plötzlich” haben wir Tageslicht fast von 6 bis 20 Uhr. Und nicht nur irgendein Tageslicht – heute morgen war es klar und frisch wie es in Deutschland nur im Hochsommer ist; wenn man weiß, der Tag wird heiß, aber noch ist es kühl und erfrischend. Aber ich finde ja sowieso, dass morgens die beste Zeit des Tages ist.

Hier bringen die wärmeren Temparaturen vor allem jede Menge Schlamm und Kies zum Vorschein, und man muss sich vorsehen, um nicht plötzlich in eine Pfütze mit Bodensee-Ausmaßen zu stolpern. Aber das macht nichts, denn der Sonnenschein macht einfach gute Laune.

# 31.03.2005 17:40 · Antworten · Finnland

Saturday, 26.03.2005

Koli im Winter


 Der zugefrorene Pielinen-See.

Da der Koli-Nationalpark gleichzeitig ein beliebtes Skigebiet ist, konnten wir mit dem Samstags-Skibus, den wohl ein Skiverein in Joensuu organisiert, problemlos einen Ausflug dorthin machen. Ich war ja im Sommer schon einmal dort, und die Landschaft ist zu jeder Jahreszeit einfach zauberhaft.

Bilder von dort und von unserer Wanderung über den zugefrorenen See Pyhäselkä in Joensuu gibt es in der Camera.

# 26.03.2005 15:02 · Antworten · Finnland

Thursday, 24.03.2005

Die Verwirrung klärt sich auf


 Ein schematischer Grundriss der Suvikatu 19. In groß (287 KB)

Über Ostern sind Jo und Katja aus Tübingen hier zu Besuch. Und Jo, ganz Ingenieur, hat nebenbei endlich die quälende Frage beantwortet, wie dieses Wohnheim mit seinen zwei unverbundenen Treppenhäusern und einem Lift, der abwechselnd im einen oder anderen hält, eigentlich aufgebaut ist.

# 24.03.2005 14:44 · Antworten · Finnland

Monday, 14.03.2005

Schneeschuh-Wandern


 (M)ein Schneeschuh.

Es gibt in Joensuu an der Berufsschule(?) eine Ausbildung zum “nature guide”, und weil einige der Studenten dort Praxiserfahrung benötigen, haben sie kurzerhand eine Schneeschuh-Exkursion für Austauschstudenten organisiert. Zu dem Zweck sind wir nach Liperi gefahren, etwa 10 km außerhalb von Joensuu. Das Wetter war leider größtenteils trübe und es hat geschneit, so dass ich auf der Fahrt schon dachte, das kann ja heiter werden. Und als wir dann noch an einem total eingeschneiten Friedhof vorbeigefahren sind, wo grade mal noch die obersten 10% der Grabsteine aus dem Schnee gekuckt haben, war die düstere Stimmung perfekt.

Aber als wir dann dort waren, hörte es auf zu schneien, und die Sonne gab sich große Mühe, durch die Wolkendecke zu dringen, was ihr leider nicht ganz gelungen ist, aber trotzdem war es recht angenehm. Diese Schneeschuhe sind irgendwie ulkig, man fühlt sich wie Klotz am Bein, und der Trick ist, möglichst gar nicht darüber nachzudenken, sondern einfach ganz normal zu laufen – zumindest hat mir das geholfen, und jedesmal wenn ich über den Schneeschuh an sich sinnierte, fing auch prompt mein Gleichgewicht an zu schwanken. Das hat man nun davon. Die Stöcke braucht man eigentlich auch nur, wenn es stark bergauf oder bergab geht, ansonsten waren sie mir eher im Weg.

Den finnischen Winter kann man eigentlich so richtig nur in der freien Natur genießen, finde ich. In der Stadt ist es meistens eher matschig und ungemütlich, aber im Wald entfaltet das seinen ganz eigenen Zauber. Bilder vom Schnee gibt es in der Camera.

# 14.03.2005 16:48 · Antworten (1) · Finnland

Sunday, 13.03.2005

Besuch in Kitee


 Mämmi-Reste.

Heute waren wir in Kitee, einem kleinen Nest etwa 60 km von Joensuu, zu Besuch im Gottesdienst, weil Leute aus der Gemeinde etwas über Immigranten- und Missionsarbeit vorstellen, und dazu ein paar echte Ausländer mitbringen wollten. Außerdem sollten wir gleichzeitig auch noch zur Musik beitragen. Das Ganze geriet ziemlich chaotisch, weil vorher nicht so genau klar war, wer nun eigentlich mitkommt und wer nicht; schlussendlich waren die Musiker dann eine Sängern, ich selbst und keine Gitarre, weil Philippe zwar versprochen hatte, uns seine Akustik-Gitarre zu leihen, es aber dann doch vergessen hat. Glücklicherweise war die Kirche in Kitee gut ausgestattet, und wir durften deren Western-Gitarre leihen, die auch gut zu spielen war, solange man unterhalb des 10. Bundes blieb – danach ging das Geschnarre und Verstimme los.

Aber egal, es hat alles soweit ganz gut geklappt. Nach dem Gottesdienst wurden wir zu einem Imbiss eingeladen, und ich hatte die Gelegenheit, eine sehr eigene finnische Spezialität kennenzulernen: Mämmi. Auf dem Bild sieht man nur noch die Reste, denn das Zeug schmeckt ziemlich lecker (süßlich, schwer zu beschreiben), auch wenn es irgendwie gar nicht danach aussieht – eine dunkelbraune klebrige Masse… hergestellt aus Roggenmehl und Malz oder so ähnlich, es ist wohl ziemlich kompliziert (Sini meinte, “das machen auch meine Großeltern nicht selber, sondern kaufen es im Laden.”), eine vor-österliche Speise.

# 13.03.2005 13:43 · Antworten · Finnland

Sunday, 27.02.2005

Breakfast at Kämp’s

Theuni hatte diese Woche beruflich in Helsinki zu tun, was wir gleich genutzt haben, uns am Wochenende dort zu treffen (Ein paar Schnappschüsse gibt es in der Camera). Auf eine Empfehlung hin waren wir heute zur Feier des Tages brunchen – im durchaus feinen Hotel Kämp.

In einem solch gehobenen Ambiente stellen sich ganz neue Fragen. Dass man das Besteck von außen nach innen angeht, war mir ja bekannt. Spannend aber z. B.: Brunch heißt Buffet; gehe ich nach der Vorspeise wieder mit meinem Teller zu den Hauptgerichten? Antwort: Nein, der aufmerksame Kellner räumt flugs ab, und für das Hauptgericht bekommt man einen neuen Teller.

Sehr interessant war auch die Klientel; ich hatte eigentlich mit Geschäftsleuten, Yuppies, Schickeria-Mitgliedern und distinguierten älteren Herrschaften gerechnet. Die waren auch vorhanden, zusätzlich aber auch eine junge Familie mit zwei Kleinkindern, eine Mutter mit Kinderwagen (das Baby trug eine absolut todschicke Sonnenbrille) – und mittendrin Theuni und ich.

Zusammengefasst: Es war ein teurer Spass, und ein sehr schöner und gemütlicher Sonntagmittag.

# 27.02.2005 12:36 · Antworten · Finnland

Wednesday, 23.02.2005

Und es ward Licht

Hier kann man von Tag zu Tag zuschauen, wie die Tage länger werden. Inzwischen ist es schon um 7:00 hell – ein Gegensatz wie Tag und Nacht (ha!) im Vergleich zum Januar, wo es vor 9:00 zappenduster war.

Vermutlich ist das Ganze eigentlich in Deutschland oder sonstwo auch nicht anders, aber irgendwie fällt es mir hier erst so richtig deutlich auf.

# 23.02.2005 07:08 · Antworten · Finnland

Monday, 21.02.2005

Schneewall


 Die Suvikatu im Schnee.

Um anderslautenden Gerüchten entgegenzutreten: Es gibt hier mehr als genug Schnee!

Und die Logistiker hier kriegen es eigentlich immer ganz gut hin, denselben einigermaßen rechtzeitig mit riesigen Traktoren wegzuräumen und abzutransportieren bzw. meistens vielmehr am Wegesrand aufzutürmen.

Fazit: Besser nicht parterre wohnen, sonst ist der Winter noch dunkler als ohnehin schon.

# 21.02.2005 17:25 · Antworten (2) · Finnland

Thursday, 17.02.2005

Der etwas andere Karneval


 Abi-Parade.

Heute auf dem Nachhauseweg traute ich meinen Augen kaum: Buchstäblich Wagenladungen voll verkleiderter Schüler paradierten unter großem Trara und In-die-Menge-Werfen von Bonbons durch Joensuus Innenstadt. Und auf den an den Lastwagen angebrachten Transparenten waren vielfach Wortspiele mit dem Kern “ABI” zu lesen.

Wie ich später herausfand, war meine Intuition zumindest teilweise richtig: Für diese Schüler war heute der letzte Schultag des Gymnasiums, jetzt gilt es für sie, sich auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten, die im Juni stattfinden werden.

# 17.02.2005 11:50 · Antworten · Finnland

Thursday, 27.01.2005

Siehst du das Licht?

Heute haten wir ausnahmsweise mal einen klaren Himmel, was natürlich prompt -15 Grad und fallend nach sich zog. Aber darum geht’s gar nicht. Als ich an der Haltestelle auf meinen Bus wartete und auf die Uhr schaute, fiel mir auf, dass es eigentlich schon längst dunkel sein müsste, es war schließlich fast halb fünf. Es war aber noch richtig hell! Genauer gesagt, es hatte wohl gerade angefangen zu dämmern, und hier im Norden dämmert es wesentlich langsamer, als ich das aus deutschen Gefilden kenne. Hinter mir war der Himmel also schon leicht dämmerblau, und vor mir glühte er in allen Schattierungen von Orange bis Hellblau. Wow.

# 27.01.2005 16:21 · Antworten · Finnland

Tuesday, 25.01.2005

Murphy lässt grüßen

Eigentlich wollte ich ja mal in eine finnische Vorlesung gehen, einfach um mal auszuprobieren, ob ich was verstehe oder nicht. Nun gut. Die Dame, die gestern zum Thema “Testen von Programmen” sprach, frühstückt wohl gewonheitsmäßig Maschinengewehre, mal abgesehen davon, dass sie mehr als nur ein wenig nuschelte. 0 Verständnis-Punkte für mich.

Zweiter Versuch, heute morgen, “Datenbanken”. Ich stehe vor dem Hörsaal, an der Tür prangt ein Schild, “reserviert von der Universitätsleitung von/bis”. Auf der Webseite finde ich dann eine Notiz, dass die Vorlesung heute woanders stattfindet – dumm nur, dass ich den Namen dieses Ortes noch nie gehört hatte…

# 25.01.2005 10:04 · Antworten · Finnland

Monday, 24.01.2005

Ein Mikrokosmos

In der Finnischstunde. Dramatis personae:

Arjaaus Finnland, die Lehrerin
Irinaaus Russland, Ende 30, Erzieherin
Marionaus Frankreich, promoviert in Psychologie
Wolfgangaus Deutschland, studiert Informatik


Arja:Kysykää jostakin, mistä hän pitää. Fragt jemanden, was er gern hat.
Marion, mistä urheilusta sinä pidät? Marion, welche Sportart magst du?
Marion:Minä pidän lentopallosta. Ich mag Volleyball
Arja:Ja seuraava, ole hyvää. Der nächste bitte
Irina:Mistä harrastaasta sinä pidät? Welches hobby-ausüben magst du?
Arja:Anteeksi, mitä? Verzeihung, wie bitte?
Irina:Mistä harrastaasta sinä pidät?
Arja:Mitä tarkoitat? Was meinst du?
Irina:versteh’ mich doch
Mistä harrastaasta sinä pidät?
Arja:Huh?
Irina:versteh’ mich!
Mistä har-ras-taa-sta sinä pidät?
Marion:Herrgott, die hält hier wieder den Betrieb auf…
Irina:Mistä har-ras-taa-sta sinä pidät?
Wolfgang:Na, die Marion ist aber genervt… Aber kuck mal, sie versteht dich wirklich nicht. Du solltest den Kanal wechseln. Ich glaube, Du meinst, “Welches Hobby magst du?”, aber Arja versteht es nicht. Warum fragst Du sie nicht auf Englisch? Es auf Finnisch zu versuchen ist ja ehrenwert, aber es haut gerade schlicht nicht hin.
Außerdem wird das mit dem Verb an der Stelle nix, da muss ein Substantiv hin. Wie geht das noch gleich…
(blättert im Wörterbuch)
Na also: Mistä harrastuksesta sinä pidät? Welches Hobby magst Du?

# 24.01.2005 18:55 · Antworten · Finnland

Thursday, 20.01.2005

Schneeeee


 Eingeschneiter Fahrradständer.

Auch wenn es hier schon seit Mitte Dezember durchgehend mit um die Null Grad ungewöhnlich warm ist, soll sich keiner beklagen, es sei nicht winterlich genug.

# 20.01.2005 15:23 · Antworten · Finnland

Wednesday, 19.01.2005

Full House


 Volle Küche.

Nach dem traditionellen Saunagang (in unserem Wohnheim immer mittwochs) gibt es meistens irgendwo ebenso traditionell Abendessen. Diese Woche hatte ich einen feinen Zwiebelkuchen gebacken, und eigentlich mit etwa sechs Leuten gerechnet. Wie man auf dem Bild sieht, waren es mehr, aber das machte auch nix, denn Susi hatte eine Packung Eis zum Nachtisch mitgebracht. Im Haus dürfte etwa die Hälfte der Leute über Weihnachten “gewechselt” haben, also gibt es viele neue Gesichter.

# 19.01.2005 20:33 · Antworten · Finnland

Saturday, 08.01.2005

Zurück im Schnee

An die dumme Idee, über Amsterdam zu fliegen (gut 100% Umweg), hatte ich mich ja gewöhnt. Aber als der Flug Amsterdam – Helsinki dann gut zwei Stunden Verspätung hatte, wegen starken Windes und eines (auch dadurch verursachten?) verspäteten “Anschlussfluges” aus Kanada, fand ich es dann endgültig nicht mehr lustig, denn das brachte meinen doch recht großzügigen Zeitpuffer in Helsinki zum Überlaufen und ich verpasste meinen geplanten Zug. Netto-Result: Ankunft Joensuu um 11 statt um 9. Immerhin hatte der Zug in Joensuu etwa ne Viertelstunde Verspätung, sodass mir die Wahl zwischen 10 Minuten im Schneetreiben den Berg rauflaufen und 5 Minuten auf den Bus warten (der um diese Zeit just nur in der Freitagnacht fährt) relativ leicht fiel.

Ich hatte nicht damit gerechnet, denn die hiesige Wettervorhersage zeigte auch über Weihnachten immer so um 0 Grad, aber es liegt doch ne ganze Menge Schnee. Und der richtige Winter kommt ja angeblich erst noch. Hurra?

In other news: Mein neuer Mitbewohner (statt Ryan) ist Miguel aus Spanien, er promoviert in Forstwissenschaft.

# 08.01.2005 12:35 · Antworten (1) · Finnland

Sunday, 19.12.2004

Rückflug

Warum mir das Reisebüro einen Flug über Amsterdam gebucht hatte, werde ich wohl nie verstehen, das ist so ungefähr der unsinnigste Umweg überhaupt. Aber sei’s drum, die Reise verlief gut, und auch das Umsteigen auf dem Monsterflughafen Schiphol hat reibungslos geklappt. Jetzt bin ich schlicht froh, zu Hause zu sein und meine Familie und Freunde wiederzusehen.

Und was das Wetter anbelangt, muss ich mich einstweilen überhaupt nicht umstellen, es liegt ein wenig Schnee und hat knapp um null Grad – genau wie in Joensuu.

# 19.12.2004 20:22 · Antworten (2) · Finnland

Saturday, 11.12.2004

Pustekuchen

Wenn man in einem fremden Land ist, sollte man damit rechnen, dass nicht alles so ist wie zu Hause. Das ist ja recht und billig, aber dass man hier keine Kirschen kaufen kann, setzt dem Fass doch die Krone auf.

Drehen wir das Ganze ein paar Tage zurück. Olli hatte Geburtstag, und ich wollte für ihn eine feine Schwarzwälder Kirschtorte backen. Alles notwendige Gerät hatte ich mir von verschiedenen Leuten ausgeliehen, einen elektrischen Handrührer um Eischnee und Sahne zu schlagen, und natürlich eine Kuchenform. Also, ab in den Supermarkt und die Zutaten gekauft. Denkste, denn zumindest im mittelgroßen Supermarkt gegenüber gab es schonmal keine Kirschen.

Nun gut, nicht verzagen, es gibt ja immernoch das Riesenmonster “wir verkaufen alles, von Wanderstiefeln zu frischem Fisch” Citymarket im Stadtzentrum. Aber auch dort gähnende Leere. Das ähnlichste dort waren in Rum eingelegte Kirschen, um Nachspeisen zu dekorieren oder sowas. Das kann doch nicht so schwer sein, dachte ich mir, aber offensichtlich…

Ich weiß, dass es irgendwo auf der grünen Wiese vor Joensuu einen echten LIDL gibt, aber zum einen traute ich denen hier inzwischenn alles zu, und zum anderen hatte ich keine Zeit für eine derartige Odyssee. Also habe ich meine Kuchenpläne auf After-Eight-Torte umgestellt, die auch hervorragend ankam.

Belegkirschen übrigens gab es in beiden Märkten kiloweise – allerdings nur grüne! Von den roten zeugte gerade noch das Preisschild am Regal. Der Grund hierfür (plötzlicher Lieferengpass, Hamsterkäufe, …?) ist mir jedoch ebenso verborgen geblieben wie der für den eklatanten Mangel an Sauerkirschen im Glas.

# 11.12.2004 20:01 · Antworten · Finnland

Thursday, 09.12.2004

Wörter lernen


 Schon fast berühmt.

Kurz nachdem ich nach Finnland gekommen bin, stand ich vor dem Problem, ganz viele neue Vokabeln lernen zu müssen. Also habe ich mich schlau gemacht, was da wohl eine vernünftige Vorgehensweise ist. Da ich ein sehr visuelles Gedächtnis habe, wollte ich Karteikärtchen verwenden, um solcherlei zu vermeiden: “Das Wort steht oben links auf der Seite, darunter steht X, und …”

Ich verwende jetzt eine Abwandlung der vom Studienkreis empfohlenen Vokabelkartei, die angeblich an die Phasen des menschlichen Gedächtnisses angepasst sein soll:

Ein weiterer Vorteil von Karteikärtchen ist, dass man sie überallhin mitnehmen kann, und das nutze ich dazu, das Wiederholen der Vokabeln in den Pausen zwischen Vorlesungen vorzunehmen. Dabei lege ich die Kärtchen vor mir auf zwei Stapel, nicht gewusst links, gewusst rechts. So fällt mir das Sortieren nachher am leichtesten. Natürlich zieht das schon mal Aufmerksamkeit auf sich, aber nachdem ich erkläre, dass ich gerade finnische Vokabeln wiederhole, ziehen die meisten Kommilitonen eine Grimasse und lassen es dabei bewenden.

Um so mehr musste ich heute bei der “Problem Solving”-Präsentation lachen (siehe Photo). Eine Gruppe hatte das Problem “Wie kann man fremde Wörter besser lernen?” ausgewählt, und dabei mein Vokabelwiederholen als Beispiel aufgeführt – ich fühle mich geehrt. (Sie verfeinerten das ganze dann in einem Programm zu einem gewichteten Ansatz, sozusagen wie gut man eine Vokabel kennt zwischen 0 und 1, aber ich bleibe glaube ich trotzdem bei meinen Kärtchen.)

# 09.12.2004 16:13 · Antworten (2) · Finnland

Monday, 06.12.2004

Itsenäisyyspäivä

Die traditionelle Beschäftigung am finnischen Unabhängigkeitstag ist, den Empfang bei der Präsidentin im Fernsehen anzuschauen. Die Präsidentin und ihr Ehemann müssen dabei ungefähr zweitausend wichtigen und weniger wichtigen Leuten die Hand schütteln (puh!), und das Hauptamüsement geht von der jeweiligen Kleiderordnung aus.

Ansonsten wünsche ich einen fröhlichen Nikolaustag. <*:-)

# 06.12.2004 19:27 · Antworten · Finnland

Thursday, 02.12.2004

Weihnachten ist…


 Weihnachtsmilch.

… wenn die Milch von der Weihnachtskuh kommt.

# 02.12.2004 16:14 · Antworten · Finnland

Tuesday, 30.11.2004

Verzaubert


 Pielisjoki.

Der Fluss ist zugefroren und die Bäume sind mit Eis überzuckert. Es ist wie im Märchenland, nur kälter.

# 30.11.2004 08:17 · Antworten · Finnland

Friday, 26.11.2004

Note to self

Wenn man die Fahrradlampe nicht abschaltet, sondern die ganze Zeit brennen lässt, muss man sich nicht wundern, wenn die Batterie früher leer ist, als man das gern hätte.

# 26.11.2004 16:59 · Antworten · Finnland

A Hazy Shade of Winter

Man kann eigentlich nicht von Wintereinbruch sprechen, eher von einem verstohlenen einschleichen. Unter Null war es schon eine Weile, samt dazugehörigem Glatteis, aber jetzt macht der Winter allmählich ernst: Je nach Tageslaune ist es entweder eisig kalt, also etwa -15°, und trocken, oder warm, also -5°, und es schneit. Besser gesagt, es schneit nachts, und wenn ich morgens zur Uni will, werde ich vom Neuschnee begrüßt. Und der Fluss ist auch zugefroren – das habe ich in Tübingen bisher auch erst zweimal erlebt.

# 26.11.2004 10:34 · Antworten · Finnland

Sunday, 21.11.2004

Rückfahrt

Nach den gut 1000 Kilometern, die wir heute auf finnischen Straßen zurückgelegt haben, habe ich erstmal genug Wald gesehen. Wobei, so bei Sonnenaufgang ist das wirklich ein herrlicher Anblick.

Die Reise ist sehr gut verlaufen, die Straßenverhältnisse waren trotz der winterlichen Umstände hervorragend, und die einzigen Schwierigkeiten, die Engländer Ryan mit dem Fahren hatte, war auf der richtigen Seite des Autos einzusteigen.

Wir hatten drei wunderschöne Tage im wirklich hohen Norden, und ich kann es nur empfehlen: Lappland ist eine Reise wert!

# 21.11.2004 19:02 · Antworten · Finnland

Saturday, 20.11.2004

Inari

Das Ziel unserer Reise war Inari, ziemlich weit im Norden Finnlands. Dort besuchten wir das Sami-Museum, das von Lappland und seinen Bewohnern erzählt, und machten uns anschließend auf zu unserer Hütte, die wir für die Nacht gemietet hatten. Selbige war nicht ganz einfach zu finden, weil sich das zugehörige Feriendorf (wenn man es so nennen kann, eine Menge Wald mit ab und zu ein paar Hütten drin) irgendwo zwischen zwei Dörfern im Wald befand, es stockdunkel war, und die entsprechenden Straßenschilder eingeschneit.

Wir sind schließlich gut angekommen, und unsere Hütte war wirklich sehr gemütlich, mit eigener Sauna und allem. Und das beste: als ich später, nur in ein Handtuch gewickelt, nach draußen ging, um abzukühlen, war der Himmel voller Polarlichter! Daraufhin sind wir alle natürlich wie verrückt nach draußen gestürmt (ja, ich habe mir zuerst was angezogen), um die Aurora Borealis zu bewundern. Ich habe versucht, ein Photo zu machen, aber das wurde nix, und vielleicht ist es auch besser so.

# 20.11.2004 18:15 · Antworten · Finnland

Rentiere sind lebensmüde


 Unser erstes Rentier.

Unsere Straßenkarte hatte auch ein Verzeichnis der finnischen Verkehrszeichen, und ich stellte zur allgemeinen Erheiterung fest, dass es hier zwei verschiedene Wild-Warnschilder gibt: eines für Elche und eines für Rentiere. Kaum eine Minute nach dieser Erkenntnis trappte vor uns eine Gruppe Rentiere auf die Straße. Wir waren natürlich total begeistert und mussten erstmal jede Menge Photos machen. Schon weniger begeistert waren wir, als wir genug Photos hatten und eigentlich weiterfahren wollten, die Rentiere aber immernoch seelenruhig vor unserer Nase auf der Straße standen. Endgültig genug hatten wir aber eine Viertelstunde später: Zwei Rentiere sprinteten im vollen Galopp quer über die Straße, sodass wir fast mit ihnen zusammengestoßen wären.

Zuerst fragten wir uns, ob die Viecher einfach zu blöd sind, oder Autos nicht von Bäumen unterscheiden können, und deswegen ihnen vor den Kühler springen, aber ziemlich bald kamen wir zu dem Schluß: Rentiere sind lebensmüde und wollen Selbstmord begehen.

# 20.11.2004 11:34 · Antworten · Finnland

Friday, 19.11.2004

Das richtige Ruka


 Cottage Nummer 13.

Das Ziel der ersten Etappe war Ruka, ein Skigebiet in Südlappland, etwa auf Höhe des Polarkreises. Dort waren nämlich einige andere internationale Studenten zum Skifahren, und da sie noch Platz in ihrer Hütte hatten, wollten wir sie besuchen und dort übernachten. Nach eingehendem Studium der Karte (leider ohne Städteindex) hatten wir ein Dorf Ruka samt Ski-Bildchen gefunden, in der Nähe von Kuusamo. Kasia war nicht wirklich überzeugt, und so scherzten wir, ob wir wohl im richtigen Ruka wären. So weit sah aber alles ganz gut aus, Flutlicht-erleuchtete Pisten, ein größerer Hotelkomplex, ein ordentliches Skigebiet eben.

Wir riefen Joey an, um herauszubekommen, wo die Leute wohnten, und seine umfassende Auskunft war: “Wir sind im Cottage Nummer 13!”

Nach einigem Hin und Her stimmte er zu, uns schlicht am Hauptkomplex beim “Ski-Bistro” abzuholen, das sei ungefähr 10 Minuten zu Fuß. Nun gut, nur unter den ganzen Hotels und Gaststätten um uns herum war kein Ski-Bistro… Es stellte sich schließlich heraus, dass Ruka drei Ortsteile hat, die je ein paar Kilometer auseinanderliegen! Und wir waren natürlich im falschen.

Letzten Endes haben wir die Hütte #13 aber gefunden, und verbrachten einen netten Abend dort.

# 19.11.2004 22:20 · Antworten · Finnland

… und Abfahrt

Auto gemietet, Essen gekauft, Sachen gepackt, und – erstmal eine Mini-Odyssee auf der Suche nach einer Straßenkarte, und eine weitere, um die richtige Autobahnauffahrt von Joensuu zu finden. Dann aber ging’s los. Finnische Fernstraßen sind eine Mischung aus Landstraße und Autobahn, also zweispurig aber die meiste Zeit schnurgerade (und Hügel gibt es auch fast keine). Außerdem ist praktisch überhaupt kein Verkehr, nur alle Nase lang mal ein einsames Auto auf der Gegenfahrbahn. Und ansonsten ist man ziemlich alleine – unsere Versuche mit “ich sehe was, was du nicht siehst” endeten nach Baum, Schnee, Straßenschild.

Wir machten auch Bekannschaft mit Rastplätzen und ihren sanitären Einrichtungen (Loch mit Deckel). Kaori fasste es später nach einem Stopp an einer Tankstelle so zusammen: “This was such a nice toilet!”

# 19.11.2004 14:58 · Antworten · Finnland

Thursday, 18.11.2004

Nachtrag: Lappland

Unverhofft kommt oft: Ryan und ich hatten letztens einmal darüber nachgedacht, nach Lappland zu fahren. Da man mit dem Zug aber nicht besonders weit kommt, hatten wir überlegt, ein Auto zu mieten – und den Plan erstmal beiseite gelegt, weil wir wenigstens vier, besser fünf Leute sein müssten, damit es nicht zu teuer wird.

Um so überraschter war ich, als ich heute abend einen Zettel an meiner Tür fand, “still want to go to Lapland?” – meine Antwort war natürlich ein enthusiastisches “Jaaaa!”.

Die Reisegruppe war also Ryan (uk), Kasia (pl), Kaori (jp) und ich (de), und Bilder gibt es auch ein paar.

# 18.11.2004 22:32 · Antworten · Finnland

Saurierei

Eigentlich sah alles so weit ganz normal aus, aber leider war da wohl doch einiges Eis auf der Straße – als ich mich nichtsahnend mit dem Rad auf den Weg zur Uni machen wollte, habe ich es grade mal vom Parkplatz vor dem Haus herunter geschafft und ZACK, da lag ich. Aua. Jetzt kriege ich einen dicken blauen Fleck am Oberschenkel, mein Kinn ist auch aufgeschlagen und ich habe sehr schlechte Laune.

Insgesamt habe ich mich glücklicherweise nicht wirklich schlimm verletzt, es ist nur extrem nervig.

# 18.11.2004 09:51 · Antworten · Finnland

Tuesday, 16.11.2004

Backe, backe Piirakkat

Die Student Union hatte zu einem Backkurs eingeladen, der von den Marttas angeboten wurde, einer Art Hauswirtschaftsschule. Es kamen 4 Deutsche, 3 Österreicherinnen, 3 Russinnen, 1 Belgierin (alles Mädels) – und ich. Den Spruch über “klassische Rollenverteilung” darf sich jetzt jeder selber ausdenken.

Wir buken natürlich die üblichen karelischen Piroggen, die anders als beim ersten Mal auch ziemlich gut gelangen – obwohl ich immernoch nicht wirklich weiß, wie man die richtig formt. Außerdem Pulla (süßes Hefegebäck) und eine Art Lebkuchen-Ausstecherle. Alles ziemlich lecker; leider war das meiste schon sehr weit vorbereitet, also der Teig schon fertig – im besten Fall rührten wir die bereits abgewogenen Zutaten selber zusammen. Aber egal, lustig war’s, und das ein oder andere backe ich bestimmt mal selber nach.

# 16.11.2004 18:44 · Antworten · Finnland

Rauchen erweitert Ihren Wortschatz

Auch wenn die Besitzer meistens etwas komisch kucken, wenn ich wie gebannt die Warnhinweise auf ihrer Zigarettenschachtel studiere – man kann dabei einige nützliche, wenn auch negative Wörter lernen: schwächen, beschädigen, Blutkreislauf, etc.

# 16.11.2004 16:06 · Antworten · Finnland

Sunday, 14.11.2004

Jeder fängt mal klein an


 Papiertuchspender by Nokia. In groß (320 KB)

Eigentlich dachte ich, Nokia hätte früher Gummistiefel produziert…
Gesichtet in der Toilette in der Pfingstgemeinde – und anderswo.
(Der Aufkleber besagt “nach Gebrauch bitte spülen!”)

# 14.11.2004 13:20 · Antworten · Finnland

Saturday, 13.11.2004

Beisammensein

Nachdem wir unsere Probe abrupt beenden mussten, weil das Schlagzeug anderweitig benötigt wurde, hat uns Philippe zu sich zum Abendessen eingeladen. Er ist zwar inzwischen umgezogen, wohnt aber weiterhin ziemlich außerhalb, und wir waren mehr Leute als in sein Auto passen. Aber Tatu hatte zur Zeit Besuch von Eero, einem Prediger, der kein Haus hat, sondern die meiste Zeit in seinem großen blauen Minibus verbringt. Also sind wir mit der versammelten Mannschaft los, ein Teil in Philippes Auto, der Rest in Eeros Bus.

Nach einigen Missverständnissen, wer den nun noch was zu Essen einkauft, und ein paar falschen Abzweigungen im Wald sind wir alle gut angekommen und es gelang uns auch, für alle etwas zum Abendessen zuzubereiten. Einzig das Unterhalten war etwas schwierig; Eero ist über 60 und versteht kein englisch, und die Hälfte der Band spricht als Austauschstudenten (praktisch) kein finnisch. Den Finnen viel daher die Aufgabe des Dolmetschers zu, was auch gut funktionierte, manchmal endete es aber in allerhand Sprachverwirrung: Finnen reden englisch mit Eero, oder finnisch mit uns; das Ganze quer, rückwärts und auf dem Kopf stehend. Wir haben uns glänzend amüsiert.

Photos gibt es wie immer in der Camera.

# 13.11.2004 20:34 · Antworten · Finnland

Sonne!

So eklig das Wetter gestern war, so herrlich strahlend war es heute morgen. Wir haben das auch gleich genutzt und sind zum See Pyhäselkä runtergeradelt und sind am Seeufer und im umgebenden Märchenwald spazierengegangen. Dort haben wir letzens auch das Lagerfeuer gemacht, allerdings war es da schon dunkel, und man konnte nicht so richtig viel von der Umgebung sehen. Ich habe auch einige Bilder gemacht: so schön kann der Herbst hier sein.

Es war gut, dass wir gleich losgezogen sind, denn schon am frühen Nachmittag hat es sich wieder zugezogen, und Joensuu präsentierte sich im üblichen Mausgrau.

# 13.11.2004 12:16 · Antworten · Finnland

Friday, 12.11.2004

Just what the doctor ordered

Heute war das Wetter richtig ekelhaft. Es war windig, hat aus Kübeln geschüttet, deshalb war es schon kurz nach halb vier zappenduster, und überhaupt geeignet, miese Laune zu verbreiten.

Um so mehr habe ich mich gefreut, als Montse an die Tür klopfte und meinte, ich koche gerade, und so gegen acht gibt’s Abendessen. Und nicht nur das, sondern auch noch original katalanische Panellets, sehr leckere Kekse mit Pinienkernen, Kokos oder Schokolade. Anschließend haben wir in versammelter Mannschaft Crouching Tiger, Hidden Dragon angeschaut. Genau das richtige für einen Tag wie heute.

# 12.11.2004 20:35 · Antworten · Finnland

Monday, 08.11.2004

Polyglott


 It’s international. In groß (200 KB)

Von oben nach unten:

# 08.11.2004 17:34 · Antworten · Finnland

Sunday, 07.11.2004

Bowling

Gestern abend waren wir bowlen. Bowlen, nicht kegeln. Was auch immer der offizielle Unterschied ist, die Bowling-Kugeln wiegen ungefähr ne Tonne. Ich hatte Glück, eine Baby-Kugel zu finden, die ich tatsächlich hochheben konnte, von in Richtung Kegel rollen mal ganz zu schweigen…

Anschließend haben wir gemütlich miteinander zu Abend gegessen. Wer die Leute mal sehen will (praktisch alle gehören zur Band in der Kirche, wo ich auch fröhlich mitspiele), Bilder gibt’s wie immer in der Camera.

# 07.11.2004 13:28 · Antworten · Finnland

Friday, 05.11.2004

Alles ist relativ

Irgendwie ist es schon komisch, wie relativ manche Dinge sind. Zum Beispiel Temperatur. Wir haben gerade knapp über Null. Wäre ich in Deutschland, hätte ich wahrscheinlich schon längst meine famose (und warme!) lila Winterjacke ausgepackt und würde mich bitter beklagen, was denn das für eine Kälte sei. Hier in Joensuu haben wir die verlockende Aussicht auf -20 bis -30 in ein paar Wochen – und es ist total warm draußen! OK, “total warm” ist übertrieben, aber es fühlt sich für mich wärmer an als es sollte, allen Ernstes.

# 05.11.2004 09:55 · Antworten · Finnland

Thursday, 04.11.2004

Am Lagerfeuer

Über uns der wolkenverhangene Nachthimmel, um uns ein stummer Wald, hinter und das rauschende Seeufer und vor uns ein knisterndes Feuer…

Leider war die Feuerstelle gleichzeitig wenig vor dem Wind geschützt, dadurch war es noch kälter als ohnehin schon – viele Grüße an die Füße. Aber egal, wir haben fein Würstchen gegrillt, uns eng um das Feuer geschart um uns zu wärmen, und hatten ein paar schöne Abendstunden.

# 04.11.2004 19:14 · Antworten · Finnland

Tuesday, 02.11.2004

Biorhythmus

Mein Stundenplan hier ist so, dass ich immer erst ab 10 Uhr Vorlesungen habe. Da aber morgens die beste Zeit meines Tages ist, kann ich bis dahin schon einiges erledigen, z. B. Finnisch-Vokabeln lernen, oder wie heute für das Data Mining-Projekt programmieren. Wecker 6:30, und von 7:45 bis 9:45 habe ich ganz gut was geschafft, bevor ich mich aufs Rad gesetzt habe, um in die Uni zu fahren.

Für andere Leute ist das anders. Zitat Montse (sinngemäß):
“I usually work best at night, when it’s all dark and quiet. (Pause) But you know, soon it’ll be very dark here, so I can also work all day!!”

# 02.11.2004 20:09 · Antworten · Finnland

Sunday, 31.10.2004

Sommerzeit hin


 Sonnenaufgang.

Heute nacht wurde auf normale Winterzeit umgestellt. Hervorragend. Ich finde es wesentlich angenehmer, aufzustehen, wenn es hell ist.

# 31.10.2004 07:27 · Antworten · Finnland

Saturday, 30.10.2004

Ein gutes Zeichen?

Heute nacht habe ich tatsächlich im Traum Finnisch geredet. Nur einen Satz, in etwa so wie es in Wirklichkeit auch aussieht. Ich war mit Olli im Supermarkt und habe irgendwas aus dem Regal genommen. Er bot mir daraufhin eine Tragetasche an, ich hatte aber selber eine und sagte, “Sopii, kiitos.” – “Passt schon, danke.”

# 30.10.2004 08:10 · Antworten · Finnland

Thursday, 28.10.2004

Kannitverstan

Heute beim Mittagessen mit Pia haben wir ein Experiment durchgeführt: Sie hat finnisch gesprochen, und ich – mangels Fähigkeiten – englisch. Und, du liebe Güte: schon das blosse Zuhören ist echt harte Arbeit für mich, weil ich noch viel zu viel über die Sprache nachdenken und irgendwelche Regeln abarbeiten muss. Aber es ging besser, als ich erwartet habe, und ich habe meistens die groben Züge verstanden. Und das finde ich schon ziemlich gut. Außerdem hat es Spass gemacht, auch wenn es anstrengend war.

Irgendwie kamen wir dann auch auf die verschiedenen Höflichkeitsformen zu sprechen. Im Finnischen gibt es wie im Deutschen eine informale und formale Anrede (Du/Sie). Aber das Du ist hier, wie wohl auch in den übrigen skandinavischen Ländern, wesentlich gebräuchlicher – so sind beispielsweise die Studenten mit den Professoren grundsätzlich per Vorname und Du. Das ist ein richtiger kultureller Unterschied, dessen Bedeutung zwar nicht riesengroß ist, aber doch zu unangenehmen Überraschungen führen kann. Die Engländer haben es da leichter: dort gibt es nur das Du.

Das Ganze hat mir auch deutlich gemacht, wie es David gehen muss – sein Englisch ist leider ziemlich schlecht, aber ich und die meisten Kommilitonen denken kaum noch drüber nach, dass wir gerade Englisch reden1, und das daraus resultierende Tempo dürfte ihm das Verständnis nicht gerade erleichtern.

1 weil ich jetzt beim Finnischen merke, wie viel Gehirnanstrengung eigentlich mit Sprache verbunden ist, erstaunt es mich umso mehr, wie leicht mir eigentlich das Englische fällt. Es ist zwar immer noch eine gewisse Barierre, aber die ist verschwindend gering – ich habe sogar schon auf englisch geträumt…

# 28.10.2004 12:45 · Antworten · Finnland

Wednesday, 27.10.2004

Sprachregelung

Es ist glücklicherweise so, dass einem gewisse Formenregeln irgendwann ins Unterbewußtsein übergehen – zum Beispiel habe ich in der Schule nach einer gewissen Zeit sogar angefangen, Stammformen lateinischer Wörter auf griechische Weise zu bilden, bis mir dann auffiel, dass das nicht wirklich funktionierte. Allerdings dauert das eine ganze Weile, und deshalb muss ich mir bis dahin die meisten Sachen “zu Fuß” zusammenbasteln:

Vokalveränderungen nach Plural-i

aunverändert im Konditional, fällt weg im Superlativ.
ist bei zweisilbigen Wörtern der erste Vokal a, e, i → o
ist bei zweisilbigen Wörtern der erste Vokal u, o: fällt weg
äfällt weg außer im Konditional
efällt weg
ifällt weg beim Verb, → e beim Nomen
o,u,y,öunverändert
langer Vokalwird kurz
Diphtong auf -ii fällt weg
ie, uo, yöerster Vokal fällt weg
# 27.10.2004 19:34 · Antworten · Finnland

Saturday, 23.10.2004

Salibandy

Zu deutsch, Floorball. Das ist sozusagen Eishockey, nur ohne Eis, mit einem tennisballgroßen, hohlen Plastikball. Gespielt wird in Mannschaften à sechs, also Torwart plus fünf Feldspieler. Heute spielte in der Areena (wo auch das Nightwish-Konzert war) für die erste Bundesliga Joensuu gegen Tampere.

Zusammen mit Tommi, einem Informatik-Kommilitonen von mir, musste ich mitansehen, wie unser geliebtes Lokalteam JOSBA mit 4:10 vom Platz gefegt wurde. Ein eher ungewöhnliches Ereignis, denn eigentlich genießen sie einen recht guten Ruf.

# 23.10.2004 19:30 · Antworten · Finnland

Sunday, 17.10.2004

Wenn … Hälfte … versteht

Heute morgen im Gottesdienst fühlte ich mich wie Antonio Banderas in Der 13. Krieger. Der Film ist grauenvoll schlecht, aber er hat diese eine sehr gute Sequenz, in der gezeigt wird, wie unser Held die ihm unbekannte Sprache seiner Kampfgefährten lernt: Zuerst hört man nur unverständliches Geplapper, aber nach und nach tauchen darin Wörter oder Phrasen auf, deren Bedeutung man kennt. Ganz allmählich sinkt die fremde Sprache ins Unterbewußtsein ab, und am Ende ist der Hühne nebenan am Lagerfeuer schwer überrascht, wenn sich der Held seine Beleidigungen nicht länger gefallen lässt und mit gleicher Münze – in gleicher Sprache – zurückzahlt.

Ganz so drastisch wird es bei mir hoffentlich nicht kommen, aber meine Erfahrung ist ähnlich: In dem Strom von fremden Silben blitzen mehr und mehr bekannte Wörter auf. Ich hoffe, dass sich das irgendwann tatsächlich zu einem brauchbaren Verständnis ausdehnt. Einstweilen mache ich dankbar vom Simultanübersetzungs-Angebot per Kopfhörer Gebrauch.

Eine andere Beobachtung: wenn manche Leute eine Fremdsprache sprechen, haben sie zum Teil eine ganz andere Stimme als in ihrer Muttersprache. Beispielsweise die Englisch-Stimme von Kirsi, unserer Pianistin, ist heller und höher als ihre Finnisch-Stimme. Und, wenig überraschend, ihre Finnisch-Stimme fühlt sich wesentlich “richtiger”, zu ihr passender, an.

# 17.10.2004 14:41 · Antworten · Finnland

Saturday, 16.10.2004

Kein Spass

Gestern nacht haben anscheinend irgendwelche Bewohner dieses Hauses wesentlich zu viel getrunken und anschließend bei etwa 20 Fahrrädern die Reifen aufgeschlitzt. Mein Rad ist glücklicherweise unversehrt geblieben, aber die meisten meiner Bekannten sitzen jetzt erstmal ziemlich auf dem Trockenen. Außerdem wurde eine Tür des Aufzugs demoliert. Die Täter sind wohl bekannt, die Polizei ist informiert und die Betroffenen können hoffentlich mit Schadensersatz rechnen.

Der unerfreuliche Anlass führte zu einem recht geselligen Tag, einige Leute versammelten sich in unserer Küche und ich habe die Mannschaft mit Pfannkuchen gefüttert. Später haben wir noch ein Video angeschaut, Rounders, ein zwar spannender aber insgesamt wenig bedeutender Film über Pokerspieler.

# 16.10.2004 19:12 · Antworten · Finnland

Friday, 15.10.2004

Nebel


 Länsikatu im Nebel.

Heute war ein richtig nebliger Herbsttag. Vermutlich weil es so kühl war (ca. null Grad), hat sich der Nebel auch den ganzen Tag nicht verzogen. Dadurch war Joensuu in eine teils gespenstische, aber teils auch recht gemütliche Atmosphäre getaucht.

# 15.10.2004 18:24 · Antworten · Finnland

Thursday, 14.10.2004

Und es gibt sie doch

Wie kommt es eigentlich, dass die allermeisten der richtig guten Professoren, die ich kennengelernt habe, theoretische Informatik lesen? Ist das irgendein Geheimbund? Heute hatte ich jedenfalls Gelegenheit, einen Gastvortrag von einem in Dänemark arbeitenden finnischen Professor zu besuchen, “Anatomy of a worst-case efficient priority queue”. Kurz gesagt, sowas wie ein Fibonacci-Heap, nur mit worst-case anstatt amortisierten (konstanten) Laufzeiten.

Und natürlich noch komplizierter. Aber egal, ich hatte einen Heidenspass, mir das anzuhören, und das meiste habe ich zu meiner Zufriedenheit auch verstanden. Das Beste aber war der feine Sinn für Humor und die gesamte Persönlichkeit der Vortragenden. Das habe ich sehr genossen. Es gibt sie, die guten Vorlesungen, und ich hoffe, es gibt ein paar mehr davon; ich könnte welche brauchen.

# 14.10.2004 16:30 · Antworten · Finnland

Tandem!

Heute habe ich mich mit einer weiteren finnischen Englisch-Studentin getroffen, die auf meinen “Suche Gesprächspartner”-Aushang reagiert hatte. Pia ist glücklicherweise wesentlich übersprudelnder als Katri, und wir haben uns glänzend unterhalten – auf englisch. Auf finnisch kriege ich immernoch keinen halben Satz heraus. Aber das kann ja noch werden.

# 14.10.2004 12:15 · Antworten · Finnland

Wednesday, 13.10.2004

Bunte Bilder

Heute hatte ich endlich Gelegenheit, mir von David ein paar Photos zu kopieren, ganz besonders die vom Nightwish-Auftritt. Außerdem einige Bilder von Joensuu, aufgenommen am absolut goldensten Herbstag ever. Wer also wissen möchte, wie es hier aussieht, ab zur Camera.

Ansonsten ist heute Mittwoch, und das heißt Public Sauna day. Das Wohnheim hat nämlich, wie es sich für ordentliche finnische Häuser gehört, eine Sauna. In unserem Fall, direkt unter dem Dach, samt Balkon, auf dem man sich abkühlen und die Aussicht genießen kann. Nun gut, mit Aussicht ist jetzt nicht mehr viel, weil es dunkel ist. Aber zumindest im Prinzip. Eine sehr schöne Einrichtung, finde ich.

# 13.10.2004 18:08 · Antworten · Finnland

Sunday, 10.10.2004

Kivi-Tag


 Fahne vor meinem Fenster.

Um genau zu sein, Aleksis Kiven päivä: Heute ist Aleksis Kivis Geburtstag. Woraus man schließen kann: Auch dämliche Übungsaufgaben (“verbinde Feiertagsdatum mit -anlass, unterstreiche irgendwas und diskutiere mit deinem Nachbarn darüber”) sind mal zu etwas gut. Zum Beispiel heute morgen, als ich mich fragte, was denn bitte die Fahne da vor meinem Fenster zu suchen hat. Ungeklärt ist allerdings noch, wer sie da aufgehängt hat. Ob wohl die Wohnheimsfirma extra jemand beauftragt…?

Außerdem war heute die International Celebration. Wir haben ganz nett Musik gemacht, ansonsten war es allerdings todlangweilig. Erst hat der Moderator eine eigene Predigt gehalten, (dann haben wir gespielt), und dann hat der Prediger seine Predigt gehalten. Leider jeweils für mich ohne jeglichen Inhalt oder gar Nährwert. Unser Bassist, Makke, ist allerdings klasse. Er redet nicht viel1, aber er groovt dafür stets sehr humorvoll auf seinem Bass herum. Das macht mir richtig Spass. Leider verlässt er uns wohl demnächst, aus Zeitgründen oder so was. Sehr schade.

1 jeder, der jetzt “typisch finnisch” sagt, kriegt dicke Klischee-Minuspunkte!

# 10.10.2004 17:05 · Antworten · Finnland

Saturday, 09.10.2004

Fischers Fritz fischt frische Fische


 Viele bunte Stände.

Just als ich heute morgen in einer Email fröhlich schreiben wollte, noch sei hier ja Herbst und nicht Winter, schaute ich aus dem Fenster und sah – Schneeregen! Ich traute meinen Augen kaum.

Gegen Mittag hat es sich aber aufgeklärt und wir hatten einen wundervollen, goldenen Herbstag. Das traf sich gut, denn heute war Fischmarkt in Joensuu. Das ist eine bunte Mischung von allem möglichem, natürlich Fischständen, verschiedensten anderen Essensangeboten, Handarbeiten und was weiß ich noch allem. Dazu noch das schöne Wetter, ein wirklich feiner Nachmittag.

Später haben wir dann noch für die International Celebration morgen geprobt, ich bin mal gespannt wie das wird.

# 09.10.2004 19:07 · Antworten · Finnland

Thursday, 07.10.2004

Die Welt spricht viele Sprachen

Mei, eine Chinesin aus der Gemeinde hatte einige Leute zu sich zum Essen eingeladen. Wir haben vorzüglich gespiesen und uns anschließend gut unterhalten. Zum Abschluss des Abends haben wir zusammen gebetet – jeder in seiner Sprache! Es war ein ziemlich beeindruckendes Gemisch aus koreanisch, englisch, deutsch und chinesisch. Aber Gott ist überall, und er spricht jede Sprache.

# 07.10.2004 21:45 · Antworten · Finnland

Garderobe

Da es hier zur Zeit ziemlich oft regnet, und ich doch einige Zeit auf dem Fahrrad verbringe, habe ich ausreichend Gelegenheit, nass zu werden. Daher habe ich es sehr zu schätzen gelernt, dass es an der Uni überall Garderoben gibt, wo ich die nassen Regenklamotten zum Trocknen hinhängen kann. Vor allem aber, dass es hier selbstverständlich ist, dass dort nichts wegkommt – einige Leute stellen sogar ihre Stiefel o. ä. dort ab und laufen in Hausschuhen durch die Uni!

# 07.10.2004 10:00 · Antworten · Finnland

Tuesday, 05.10.2004

Tandem?

Heute hatte ich per Email ein Treffen mit Katri verabredet, einer Deutsch- und Englischstudentin. Wir landeten in der gut besuchten Cafeteria natürlich prompt am selben Tisch, brauchten aber fast 10 Minuten, um das zu merken – mal ehrlich: “ich habe dunkles Haar und eine Brille”, das traf auf einige der Mädels dort zu.

Vom Finnisch-Standpunkt her war unser Gespräch mehr als ernüchternd; ich brachte kaum einen halben zusammenhängenden Satz heraus. Zugegeben, das Verstehen hat nach wie vor die erste Priorität für mich, aber trotzdem. Katri spricht recht gut deutsch, nicht wirklich flüssig, aber gut verständlich – und sie schien mich durchgehend zu verstehen. Leider ist sie eine sehr zurückhaltende Person, und da ich ja auch nicht gerade Mr. Extrovertiert bin, könnte es etwas schwierig werden, auf einen Nenner zu kommen. Wir werden sehen1.

1 Heda, im Finnischen gibt es kein Futur – was sagt man denn stattdessen?

# 05.10.2004 21:01 · Antworten · Finnland

Hamming-Distanz

Auch wenn mir die Finnen glaubhaft versichert haben, dass das für sie völlig verschiedene Wörter sind, mir fällt es trotzdem etwas schwer, sie auseinanderzuhalten:

tuuli – Wind
tuli – Feuer
tulli – Zoll

# 05.10.2004 09:13 · Antworten · Finnland

Monday, 04.10.2004

Ein langer Tag

Heute war ich von 10 bis 18 Uhr in der Uni. So lang ist das doch eigentlich gar nicht. Ich bin offenbar noch nicht so richtig aus den “Semesterferien” zurück. Wir haben unser Projekt für Data Mining (Supermarkt-Bonuskarten, Kundenprofile etc.) präsentiert – wofür wir allerdings das Poster gemacht haben, ist mir nicht ganz klar, weil wir alles per Beamer erledigt haben.

# 04.10.2004 21:38 · Antworten · Finnland

Friday, 01.10.2004

Man nehme

Zuerst je zwei A3-Bögen längsseits mit Tesafilm aneinanderkleben, dann die enstandenen A2-Bögen ebenfalls zusammenfügen. Das Zielformat für die aufzuklebenden Bestandteile ist A5, also einfach1 die als A4 erstellten Dateien je zwei auf eine A4-Seite ausdrucken und dann in der Mitte zerschneiden. Mit dem Klebestift in der gewünschten Position auf den Hintergrund aufkleben. Fertig ist das Poster zur Projektpräsentation.

1 Das Schöne an Rezepten ist, dass sie einem nicht verraten, wie gewisse Schritte auszuführen sind. In unserem Fall war es dann in etwa der fünfte Drucker, der die gewünschten Bedingungen erfüllte…

# 01.10.2004 16:08 · Antworten · Finnland

Vorlesungen

Inzwischen haben hier die meisten Vorlesungen angefangen. Dadurch, dass hier Kurse oft nicht das ganze Semester über stattfinden, sondern eben mal 5 und mal 7 Wochen dauern können, ist auch das Anfangsdatum flexibler.

Ich besuche jetzt (in englischer Sprache) Data Mining, Advanced Pattern Recognition und Problem Solving (das beginnt erst nächste Woche). Dazu noch ein Seminar, bei dem es um digitale Inhalte auf Mobiltelefonen und im Fernsehen gehen soll. Oder so ähnlich. Das beginnt nämlich auch erst nächste Woche.

# 01.10.2004 09:30 · Antworten · Finnland

Thursday, 30.09.2004

Moment mal

Eigentlich ist es ja logisch, dass man im Finnischen auch einzelne Buchstaben deklinieren kann. Was soll man auch sonst machen, Präpositionen (besser gesagt, Postpositionen) gibt es ja dank der reichhaltigen Kasusfunktionen kaum. Aber trotzdem, ich musste innerlich schon ziemlich grinsen, als unsere Lehrerin uns erklärte: “a wird zu e”:

a muuttaa e:ksi
# 30.09.2004 16:30 · Antworten · Finnland

Sunday, 26.09.2004

Tervetuloa Helluntaiseurakuntaan!

Evan (USA) hatte gesagt, die Gottesdienste würden dort immer auch auf Englisch übersetzt, die Kirche ist nur fünf Minuten von meiner Wohnung entfernt, und ich war am Sonntag vormittag schon wach. Also bin ich schlicht mal hingegangen, zur Pfingstgemeinde von Joensuu.

Nicht nur wurde ich von mehreren Leuten freundlich begrüßt (darunter eine ältere Dame, die mich in tadellosem Englisch ansprach), der Gottesdienst wurde tatsächlich per Kopfhörer simultanübersetzt, nach dem Gottesdienst wurde ich von einem Franzosen zum Mittagessen eingeladen, und ich habe auch noch Anschluss an die Band gefunden, die am Nachmittag für das nächste International Meeting probte.

À pro pos Mittagessen: Philippe wohnt zur Untermiete. In Richtung Flughafen, ca. 15 Minuten mit dem Auto. An einem See. In einer riesigen Landvilla, die irgendeinem reichen Geschäftsmann gehört. Ich traute meinen Augen kaum. Zugegeben, er hat ein Zimmer im Untergeschoss, ziemlich dunkel wegen des darüberliegenden Balkons, und es ist schon ein bisschen am Ende der Welt – ohne Auto geht da gar nix – aber, was für ein Wohnsitz!

Auch wenn mir einiges da schon etwas unheimlich ist, und manche Leute dort in ihrem sehr fundamentalen Christentum mir schlicht und ergreifend Angst einjagen, die meisten sind sehr nett und aufgeschlossen, und ich fühle mich wilkommen und aufgenommen. Vor allem aber fühle ich mich dort wohl.

# 26.09.2004 11:00 · Antworten · Finnland

Saturday, 25.09.2004

Ein Nachmittag in Kontiolahti

Besser gesagt, iltapäivä Kontiolahdessa. Mein finnish friend, Olli, hatte mich eingeladen, seine Eltern zu besuchen. Er sagte, sie wohnen in einem kleinen Dorf in der Nähe von hier. Das war eine ziemliche Untertreibung. Sein Elternhaus1 ist mitten im Wald, direkt am Ufer eines riesigen Sees, und der nächste Nachbar ist über 500 Meter weit weg.

Es war ein richtiger Herbsttag. Über den See Höyviäinen zogen lauter graue Wolken sanft dahin, die Blätter der Bäume hatten alle nur erdenklichen grün-gelb-rot-Töne, und vereinzelt trieben sie sanft auf dem Wasser. Der See ist groß, bis zum Horizont sieht man nichts als Wasser und bewaldete Inseln. Es herrschte eine unglaubliche Ruhe dort, außer dem Murmeln des Sees am Ufer, dem Rauschen des Windes in den Bäumen und ein paar vereinzelten Vögeln stammte das einzige Geräusch von einer Kirche irgendwo im Ort, das der Wind herübergetragen hatte. Es ist nicht in Worte zu fassen, aber dieser Ort hat mich tief beeindruckt. Ich verstehe jetzt, warum es heißt, wer einmal in Finnland war, kommt immer wieder dorthin zurück.

Mit Ollis Mutter war ich dann im Wald Pilze suchen – leider gab es kaum noch welche, es ist schon zu spät dafür. Dafür wachsen dort aber überall Puolukka (Preiselbeeren), die Blaubeerzeit ist jedoch auch schon vorbei. Und natürlich hatte ich Gelegenheit, eine richtige Sauna zu besuchen, das heißt eine mit einem Holzofen. Und ja, es ist ein ziemlicher Unterschied zu einem elektrischen Ofen wie wir ihn z. B. hier im Wohnheim haben: die Luft ist nicht so trocken, sondern im Gegenteil sehr angenehm. Ich war ja in meinem Leben bisher ziemlich genau einmal in einer Sauna, letztes Jahr in Jena mit Theuni, und danach so fertig, dass ich keinerlei Absichten hatte, das zu wiederholen; aber hier genieße ich es um so mehr je öfter ich gehe.

1 an der (stets unverschlossenen) Tür steht “die Korpelainens”, also – natürlich: Korpelaiset. Und Kontiolahti heißt übrigens Bärenbucht. Finnisch ist schon toll.

# 25.09.2004 17:40 · Antworten · Finnland

Friday, 24.09.2004

Nightwish live at Joensuun Areena

Die Areena, eine Sporthalle, wurde letztes Jahr fertiggestellt, sie ist das größte Holzgebäude Europas. Heute war sie Schauplatz des Nightwish-Konzerts. Mit von der Partie waren David und Tina, eine Physikstudentin aus Jena, die mit in Joensuu bei EILC war und jetzt in Helsinki studiert.

Nachdem wir verstanden hatten, dass wir unsere Tickets erst noch in Armbänder umwandeln mussten, wurden wir reingelassen und schauten uns erstmal etwas verloren um. Noch waren nicht besonders viele Leute da, und die Areena ist schon ziemlich groß.

Um 20:30 spielte Twilightning, eine Heavy-Metal-Band aus Imatra. Sechs Jungs mit fliegenden Mähnen, enganliegenden Lederhosen und einer tüchtigen Portion Lärm. Sie spielten eine knappe Stunde, und dann begann das große Warten, denn Nightwish waren erst für nach zehn angekündigt.

Kurz vor zehn begann in den vorderen Reihen einiger Applaus, wir konnten nicht wirklich erkennen warum, denn obwohl wir nur vielleicht 10 Meter von der Bühne entfernt waren, sahen wir gar nichts. Vermutlich hatte da jemand irgendwelche wichtigen Leute auf der Bühne beim Aufbauen beobachtet. Waren wir vorher noch eher am hinteren Ende des Pulks, befanden wir uns jetzt mittendrin. 4000 Leute füllten die Halle etwa zur Hälfte, würde ich schätzen.

Und dann ging’s los. Mit einem großen Knall und Feuerwerk wurde tüchtig losgerockt. Das war ja nun mein erster Besuch auf einem richtigen Rockkonzert, und liebe Güte, es ist laut. Ich war heilfroh, dass ich meine Ohrstöpsel dabei hatte. Die Menge legte auch los, am besten jedoch war ein kleines Mädchen neben uns, vielleicht fünf Jahre alt, das auf dem Rücken/Schultern seiner großen Schwester saß und genauso wie alle anderen die erhobene Faust schüttelte. (Es trug ebenfalls Ohrstöpsel, insofern war ich ganz beruhigt).

Nightwish spielten ihr Programm routiniert, und Tarja, die Sängerin, hat schon eine enorme Bühnenpräsenz. Leider war nicht wirklich zu erkennen, ob sie eigentlich Spass bei der Sache hatten, aber vielleicht dürfen Heavy-Metaler keinen Spass haben, wer weiß. Es wurde ordentlich Show gemacht, mit Flammenwerfern, Regenvorhängen und Konfetti, da steppte durchaus der Bär.

Die Setliste

  1. Dark Chest Of Wonders
  2. Come Cover Me
  3. Phantom Of The Opera
  4. Dead To The World
  5. Nemo
  6. Sleeping Sun
  7. Land Of Destruction (?)
  8. Bless The Child
  9. Ever Dream
  10. Higher Than Hope
  11. Wishmaster
  12. Ghost Love Score
    Zugaben:
  13. Dead Boy’s Poem
  14. Slaying The Dreamer
  15. Wish I Had An Angel

Ich hatte zuerst versucht, mir die Lieder “einfach so” durch nummerieren zu merken, aber das hat nicht geklappt, und deshalb habe ich mir dazu drei kleine Geschichten erzählt:

  1. In einer Truhe1 verbirgt2 sich das Phantom3, das stirbt4, und ist deshalb niemand5 mehr.
  2. Es ist Nacht6 im Land of Destruction7, wir singen dem Kind8 ein Schlaflied, woraufhin es süß träumt9; am Morgen geht die Sonne10 auf (“red sun rising”, danke Tina für diese Zeile, wir wussten beide den Titel nicht).
  3. Der Wishmaster11 hat eine Liebesaffäre12, schreibt seiner Angebeteten Gedichte13, aber die Liebe wird nicht erwidert, deshalb begeht er Selbstmord14 und hinterlässt nur einen Abschiedsbrief15.
# 24.09.2004 23:30 · Antworten · Finnland

Thursday, 23.09.2004

Happy birthday to you

Gestern hatte mein Mitbewohner Ryan Geburtstag. Ich habe ihm natürlich einen Geburtstagskuchen gebacken. Abends kamen dann noch einige Leute zu Besuch, es war ein recht gemütlicher Tag.

# 23.09.2004 10:31 · Antworten · Finnland

Tuesday, 21.09.2004

Finnish Friend Meeting

Heute abend war das lang ersehnte Meeting. Dutzende Austauschstudenten und jede Menge Finnen tummelten sich in der Cafeteria. Es waren alle Altersklassen vertreten, von Studenten über Familien mit und ohne kleine Kinder bis hin zu älteren Herrschaften. Eine sehr feine, bunte Mischung.

Mein finnischer Freund, Olli, studiert Wirtschaft, war zum Austauschstudium in den USA und seine Freundin kommt aus Japan. Ein sehr internationaler Mensch. Er spielt auch Gitarre, hauptsächlich Blues, also ziemlich auf meiner Wellenlänge. Am Wochenende besuchen wir vermutlich seine Eltern in Kontiolahti, ca. 20 km von hier – ich bin schon sehr gespannt.

# 21.09.2004 20:06 · Antworten · Finnland

Monday, 20.09.2004

Hätten Sie’s gewusst?

Heute habe ich für den Finnisch-Kurs einen Text über Jean Sibelius verfasst. Auf finnisch, natürlich. Na gut, besser gesagt habe ich ihn zuerst auf deutsch geschrieben und dann übersetzt. (Ist zwei Stunden für etwas mehr als eine halbe Seite jetzt gut oder schlecht?)

Dabei habe ich in meinem Lexikon erstaunliche Entdeckungen gemacht. Nicht nur, dass “jwd” – janz weit draussen – drinsteht (Übersetzung: “sehr weit weg”), sondern auch deutsche Wörter, die ich noch nie in meinem Leben gehört habe.
Zum Beispiel: uzen.

Wie bitte…?

Die finnische Rückübersetzung ergibt übrigens “necken, ärgern”.

# 20.09.2004 18:04 · Antworten · Finnland

Friday, 17.09.2004

You gotta fight / for your right / to PAAAAAARTY!

*ahem*

Es scheint, dass speziell unter den internationalen Studenten eigentlich jede Nacht irgendwo ein geballtes Zusammentreffen stattfindet. Solche Parties sind nun absolut nicht meine Tasse Tee (besser gesagt, Flasche Bier/Wodka), denn es sind schlicht zu viele Leute auf einem Haufen, als dass man sich da wirklich mit jemanden unterhalten könnte – das einzige, was unter einiger Kraftanstrengung vielleicht funktioniert, ist ein paar Namen aufzusammeln.

Ich hoffe ja, dass ich einen anderen Kommunikationskanal auftun kann. Nächste Woche ist das Vermittlungstreffen des “Finnish Friend Programme”, wo interessierte Finnen und Austauschstudenten sich zusammenfinden können. Ich habe meinen designierten Finnish Friend, Olli, gestern schon zufällig getroffen – auf einer Party natürlich. Bizarr, aber Joensuu ist nunmal nicht so groß.

Aber jetzt gleich sind Ryan und ich erstmal nebenan bei Montse zum Abendessen eingeladen.

# 17.09.2004 18:53 · Antworten · Finnland

Tuesday, 14.09.2004

Finnish Workshop

Heute war die erste Sitzung des “Intermediate” Finnisch-Kurses. Von den knapp 20 Leuten ist etwa die Hälfte aus dem Erasmus-Kurs, und die andere Hälfte hat schon ein oder zwei Jahre Finnisch auf dem Buckel – ich befürchte, das wird kein Spass für die, denn wir Erasmus-Leute haben vergleichsweise wenig Ahnung.

Ansonsten hat der Kurs leider sehr viel Ähnlichkeit mit dem EILC, und das heißt wenig reden und viel Frontalunterricht. Seufz. Ich werde wohl versuchen, einen Tandempartner zu finden. Sonntag abend ist internationaler Gottesdienst in Noljakka (am anderen Ende der Stadt), vielleicht trifft man da ein paar nette Leute.

# 14.09.2004 18:46 · Antworten · Finnland

Monday, 13.09.2004

Filmtipp

Gestern abend haben wir, d. h. Montse (Spanien), Yulia (Russland), Ryan (England) und ich (Deutschland) zusammen einen Film angeschaut, der mir sehr gut gefallen hat: The Royal Tenenbaums.

Das ist eine sehr feinsinnige Komödie über eine sehr merkwürdige Familie. Vom Stil her erinnert er mich an die fabelhafte Welt der Amelie. Ansehen!

# 13.09.2004 09:44 · Antworten · Finnland

Tuesday, 07.09.2004

Angewandte Völkerverständigung

Es ist eine ganz normale, verrückte Studentenparty. Die Küche und der Flur des Wohnheimzimmers sind überfüllt mit Leuten, man kann sich fast nur noch schreiend verständigen, weil alle anderen es einem gleichtun.

Es wird getrunken und gelacht, auf dem Tisch stapeln sich leere Chipstüten, Bierflaschen und andere undefinierbare Dinge. Barbara aus Österreich steigt hinüber zu Pavla aus der Tschechei, schaut ihr tief in die Augen und sagt den alles entscheidenden tschechischen Satz, den sie gerade von Tomas gelernt hat: “Nejsem hrip!” – “Ich bin kein Pilz!”

Europa wächst zusammen. Und zwar nicht so sehr durch das Schwingen von großtönenden Reden, sondern in den Hinterzimmern und Küchen, irgendwo zwischen vielen Bäumen oder am Meeresstrand.

# 07.09.2004 21:12 · Antworten · Finnland

Monday, 06.09.2004

Orientierung und Service

Das nenne ich Service. Diese Email hatte ich heute morgen in meinem Postfach:

From: Mia Laurila
To: Joensuu international mailing list
Subject: Nightwish

A famous Finnish and North Karelian band NIGHTWISH will give a concert
in Joensuu on September 24 in Joensuu Areena (right next to the university).
First 3000 tickets were sold out in a couple of days,
but now more tickets are available on Monday, September 6.
Tickets (á 25 euros) are sold in a local record shop "Levy-Eskot" .

A rare opportunity to see the band in Finland!
Buy your ticket on Monday!

Über den Teil bis zum “ausverkauft” wußte ich schon Bescheid, und war schon kräftig dabei, mich irgendwohin zu beißen ob der verpassten Gelegenheit. Aber jetzt hab’ ich auch ein Ticket. Yayy.

In other news, es ist Orientation Program, der Rektor der Uni ist sehr sympathisch, aber hat auch nix weltbewegendes erzählt, ich habe mir ein Paar Halbschuhe gekauft, und die wichtigen Informationen muss man sich vermutlich doch wieder selber besorgen. Es geht allerdings das Gerücht von einer Informatiker-Party Ende der Woche, vielleicht kriegt man da mal jemand zu fassen, der sich auskennt.

Außerdem bin ich glücklich, jetzt mit einem Russen und einem Engländer zusammen zu wohnen – so werde ich zumindest zu Hause kein Deutsch reden.

# 06.09.2004 18:04 · Antworten · Finnland

Sunday, 05.09.2004

Dunkel war’s

Als wir am Abend in Joensuu ankamen, war es schon zappenduster. Das wäre noch nicht so ungewöhnlich, aber irgendwie hatte die Mehrzahl der Straßenlampen beschlossen, dass es wohl noch Sommer sei, und war deshalb ausgeschaltet. Ich hoffe ja, dass die sich das im Winter nochmal anders überlegen – es wird schon dunkel genug sein, auch ohne fehlende Beleuchtung…

# 05.09.2004 20:49 · Antworten · Finnland

Saturday, 04.09.2004

Suomenlinna


 Festungsmauer.

Wenn ich einfach so zwölf Stunden schlafe, dann ist was faul, bzw. dann war es nötig. Das Wetter war sonnig und freundlich, was wir zu einem Besuch der Seefestung Suomenlinna genutzt haben. Praktischerweise verkehrt dorthin ein Schiff der normalen Helsinkier Verkehrsbetriebe, so dass wir ohne extra Fahrkarte mit unserem 3-Tages-Ticket die 15 Minuten dorthin gondeln konnten.

Dort haben wir natürlich prompt ein paar Kollegen aus dem Sprachkurs getroffen, die jetzt in Helsinki studieren – die Welt ist klein, und Helsinki ist offenbar echt ein Dorf. Mit ihnen war ich später in der Temppeliaukio-Kirche, die in den rohen Fels hinein gehauen ist. Meine eigenen Photos hat es leider verhagelt. Anschließend haben wir noch den Sibelius-Park samt zugehörigem Monument besichtigt – Jean Sibelius, der wichtigste und bekannteste finnische Komponist.

Suchbild: Was ist das für ein Gebäude?

Noam kocht gerne, und daher gab es am Abend französisch zubereiteten Fisch (lecker!) mit internationalen Gästen.

Hier die Auflösung des Suchbilds.

# 04.09.2004 14:30 · Antworten · Finnland

Friday, 03.09.2004

Moderne Kunst


 Noam und David.

Nach langem Schlafen bis etwa halb 12 sind wir in die Stadt aufgebrochen. Wir haben bei Noam übernachtet, einem Kommilitonen von David aus Caen. Von seinem Zimmer aus kommt man in etwa 25 Minuten ins Stadtzentrum – willkommen in der Großstadt.

Da das Wetter eher bewölkt und teilweise regnerisch war, haben wir das Kiasma besucht, ein relativ neues Museum für moderne Kunst. Allein das Gebäude ist schon eine Kunst für sich, besser gesagt, sich darin nicht zu verlaufen! Aber dafür ist es architektonisch wirklich recht interessant.

Zur Zeit ist dort eine Ausstellung Wireless Experience, in Zusammenarbeit mit dem International Symposium on Electronic Art. Das ist sehr nett, mit einigen der “Exponate” kann man herumspielen, in dem man vor einer Kamera herumläuft, auf Tastaturen herumdrückt und sonstige lustige Dinge tut. Besonders nett (wenn auch meiner Meinung nach nicht sooo originell) war der BeepFree, ein kreditkartengroßes Gerät zur Unterdrückung von Mobilfunksignalen. Angenehme Handy-Stille.

Am Abend hat Noam Spaghetti Bolognese gekocht – sehr lecker. Die Jungs sind dann in irgendeinen Nachtclub losgezogen (und gegen 4:30 wiedergekommen), während ich mich schlicht aufs Ohr gelegt habe, denn ich war immernoch etwas erkältet.

# 03.09.2004 14:24 · Antworten · Finnland

Thursday, 02.09.2004

Reggae live

Am Abend waren wir in einer kleinen Bar namens The Factory. Zunächst machte ein DJ Musik, und verschiedene Afrikaner oder Jamaiikaner oder was weiß ich was für Leute “sangen” dazu. David meinte, die Musikrichtung hieße Dub. Also bittesehr.

Gegen später gab es dann Reggae live, mit Schlagzeug, Bass, Piano, Gitarre, Saxophon und Gesang. Es waren wohl eher Amateure, aber sie haben ihre Sache ganz gut gemacht, besonders die Saxophonistin war ziemlich gut. Leider kann man dasselbe nicht über den Mischer sagen, der fühlte sich nämlich bemüßigt, alle Nase lang irgendwelche Super-Echos wahllos auf irgendwelche Spuren zu drehen, und das machte nun wirklich keinen Spass. Herrjeh, mach nen vernünftigen Sound, und dann lass die Finger davon, verflixt noch mal! Aber wie dem auch sei, es war ganz nett.

# 02.09.2004 22:30 · Antworten · Finnland

Ein internationaler Zug


 Japanische Taschentücher.

Im Zug nach Helsinki hatten David und ich einige internationale Begegnungen. In Joensuu war zu Beginn der Woche eine Konferenz über neue Medien im Bildungswesen oder so ähnlich (deshalb war auch die Mensa geschlossen), und nach deren Ende reisten wohl einige der Teilnehmer ab.

Ich war immernoch etwas erkältet, und ein freundlicher japanischer Mitreisender, der mit seinem Kollegen auf unseren Plätzen saß (war egal, der Zug war ohnehin leer), hat mir Papiertaschentücher gegeben.

Uns gegenüber saß ein Informatik-Professor aus Trento, Italien, der sich mit einer bulgarischen Doktorandin über ein Projekt unterhielt, bei dem mit einem PDA Sprachen gelernt werden. Mit den beiden haben wir uns anschließend sehr nett unterhalten, über Auslandsstudium, Finnland, Sprachen und so weiter.

# 02.09.2004 11:15 · Antworten · Finnland

Nachtrag: Helsinki

Es ist jetzt Montag, 06.09.2004 14;57, ich habe die Einträge für Helsinki aber passend zurückdatiert, so dass sich ein vernünftiger Reisebericht ergibt. Bilder aus Helsinki gibt es wie immer in der Camera.

# 02.09.2004 09:11 · Antworten · Finnland

Wednesday, 01.09.2004

Wo sich Hase und Igel “Gute Nacht” sagen

Gestern abend waren David und ich in Rantakylä zum Kartenspielen eingeladen, bevor heute alle Leute dort nach Helsinki abgefahren sind, weil sie dort studieren werden. Wir hatten einen lustigen Abend mit Wizard, Pantomime, Stadt Land Fluss und vielem mehr.

Auf dem Nachhauseweg, so um 11, sind uns nacheinander ein Igel und ein Hase (ja, ein richtiger Feldhase mit Löffeln und allem Trara) begegnet, die da relativ unbeeindruckt von den komischen Zweibeinern auf Zweirädern in der Landschaft rumgezuckelt sind. Ich fand’s nett, und außerdem bestätigt es meine Ansicht, dass Joensuu eigentlich ein Wald mit Häusern drin ist.

Morgen fahre ich mit David ebenfalls nach Helsinki, ein Kommilitone von ihm hat uns eingeladen, und da werden wir uns bis Sonntag ein wenig die Stadt anschauen, bevor am Montag das Semester losgeht.

# 01.09.2004 14:17 · Antworten · Finnland

Monday, 30.08.2004

ET telefonieren nach Hause!

Ich habe gerade die Entdeckung des Tages gemacht: web.de FreePhone, ein VoiceOverIP-Gateway. Der ist zwar nicht “Free”, aber Gespräche ins deutsche Festnetz kosten 1,5 ct/min, im Kontrast zu 50 ct/min, die ich mit meinem finnischen Mobiltelefon bezahlen muss.

Das heißt, ich kann mit meinem Computer ganz normale Telefone in DE (oder sonstwo) anrufen, und ich habe sogar eine Kölner Nummer (02222-…), auf der man meinen Computer anrufen kann. Er klingelt sogar! Natürlich nur, wenn er angeschaltet ist.

Ich bin restlos begeistert.

# 30.08.2004 17:29 · Antworten · Finnland

Saturday, 28.08.2004

Architektur-Kuriosiät


 Wohnheim in der Latolankatu. In groß (400 KB)

Ein Nachtrag zum Fußballspiel: Ein paar der Studentenwohnheime in Rantakylä sehen den Plattenbauten in Jena schon irgendwie ähnlich. Wahrscheinlich entgeht mir als Westler da irgendwas Wesentliches, aber mir kommt das jedenfalls bekannt vor.

Außerdem habe ich mich erkältet und fühle mich entsprechend. Also bleibe ich zu Hause und kuriere mich redlich.

# 28.08.2004 20:19 · Antworten · Finnland

Friday, 27.08.2004

… vor, noch ein Tor!

Gestern abend hatten wir ein kleines Fußballspiel (6 gegen 6 Leute). Da unter den Teilnehmern keine großen Fußball-Helden waren, war es relativ ausgeglichen. Allerdings entwickelte sich das ganze in ein Duell der Ausdauer bzw. Willenskraft, dem Ball jetzt doch noch einmal hinterherzurennen, auch wenn die Beine dazu eigentlich absolut nicht mehr in der Lage waren.

Wir haben gewonnen, 8:7, aber es war wirklich haarscharf. Und heute morgen fühle ich mich ziemlich gerädert… es hat aber einen Riesenspass gemacht.

# 27.08.2004 10:49 · Antworten · Finnland

Wednesday, 25.08.2004

Goin' Clubbin’

Nach dem offiziellen Teil des gestrigen Verabschiedungsabends mit Überreichung der Zertifikate (“… hat am Intensiv-Sprachkurs teilgenommen”) und der Aufführung unseres Liedes (die sehr gut gelungen ist), ging der größte Teil der Leute ins “Marks”, ein zwar nicht angesagter, aber billiger und daher beliebter Club in Joensuu.

Ich glaube, das war für mich das erste und letzte Mal in so einem Club – ich habe da schlicht nix verloren: Die Musik ist dermaßen laut, dass man sie nicht genießen kann, und an Unterhaltung mit anderen Leuten ist überhaupt nicht zu denken. Es gibt wohl ein paar Leute, die zu späterer Stunde das Tanzbein schwingen (auch nicht meine Tasse Tee), aber ansonsten wird eigentlich hauptsächlich herumgestanden, denn die paar Stühle und Hocker, die es gibt, sind natürlich längst besetzt.

Ein Kommilitone hat es so zusammengefasst: “The idea of this place is to get drunk on cheap beer.” – Danke, ohne mich.

# 25.08.2004 12:39 · Antworten · Finnland

Monday, 23.08.2004

Musik!

Für die morgige Abschiedsparty haben wir für ein Kinderlied, das wir im Unterricht angehört haben, einen neuen Text gedichtet.

Heute abend werden wir Instrumentalisten es proben, wir haben Akk-Gitarre, Akkordeon, Flöte und E-Gitarre. Das dürfte lustig werden.

# 23.08.2004 17:49 · Antworten · Finnland

Saturday, 21.08.2004

Im Botanischen Garten


 Toller Trick: Eine Blume mit echter Biene.

Heute waren wir im Botanischen Garten. Es gibt ein paar Bilder von Blumen in der Camera. Dabei zeigt sich, dass ich kein Glück mit rosafarbenen Blumen habe. Der Kakadu sagt übrigens (wenn überhaupt) “Terve”, also “Grüß dich”.

Anschließend waren wir im Carelicum, der örtlichen Touristeninformation mit eingebautem Museum, wo uns eine ältere Dame patriotische Anekdoten aus ihrem Leben erzählte. Das war recht interessant, und zumindest war es echt. Man kann jedoch festhalten: Krieg ist immer schlimm, egal wo auf der Welt.

# 21.08.2004 16:32 · Antworten · Finnland

Friday, 20.08.2004

Karjalan Piirakkoija1

Heute haben wir eine lokale Spezialität selbst gebacken: Karelische … Küchlein, vielleicht. Das englische Wort ist “pie”, und was vernünfigeres Deutsches fällt mir nicht ein. Bilder von der Aktion gibt es in der Camera obscura.

Um es gleich vorwegzunehmen: ich finde die Dinger scheußlich. Sie schmecken nämlich nach absolut nix. Es sind Roggen-Teigtaschen, die mit in Milch gekochtem (leicht gesalzenem) Reis gefüllt werden. Alternativ wohl auch mit irgendwas aus Kartoffeln oder gelben Rüben. Ach, schaut Euch einfach ein Bild davon an, dann könnt Ihr Euch es vorstellen.

Nach dem Backen (10 Minuten bei 300 (!!) Grad – gibt es eigentlich in der deutschen Küche irgendwas, das bei mehr als 200 Grad gebacken wird?) werden sie in zerlassener Butter geschwenkt, und dann mit einer Paste aus zerstampften Eiern und Butter serviert. Wie gesagt: schlicht und ergreifend nicht mein Fall.

1 Partitiv Plural von Piirakka. Es handelt sich um eine unbestimmte Menge von mehreren Objekten.

# 20.08.2004 20:10 · Antworten · Finnland

Thursday, 19.08.2004

Die größte Maus Finnlands


 ProTools Mischpult. In groß (400 KB)

Gestern abend hatten wir eine Führung in der North Karelian Polytechnic, der örtlichen Fachhochschule. Sie befindet sich im Science Park, und dort gibt es neben Forstwirtschaft (Joensuu ist das europaweite Zentrum auf dem Gebiet) und anderen Dingen auch verschiedene Medien-Studiengänge.

Die Menge von Geld, die dort für die Ausstattung zur Verfügung gestanden hat (unter anderem EU-Förderung wegen strukturschwacher Region, alle Welt wandert nach Helsinki ab), ist un-glaub-lich. Es gibt dort mehrere Tonstudios, deren Räume eigens mit den gewünschten akustischen Eigenschaften gebaut wurden, natürlich mit modernster Technik ausgestattet, was Ton- und Videoverarbeitung anbetrifft. Alles ist vernetzt, so dass man einen Film im einen Raum aufnehmen kann, und dann in jedem beliebigen Editor-Arbeitsplatz im Haus weiterbearbeiten kann.

Da nach dem Stand der Technik die gesammelte Bearbeitung im Computer mittels Software erfolgt, und nicht mehr über spezialisierte Hardware, stellte uns der Dozent das nebenstehende Mischpult als “die größte Maus Finnlands” vor… (Danke an Katrhin für das Photo!)
Da mich solche Sachen doch sehr interessieren, habe ich nachgefragt, und wurde herzlich eingeladen, meine Nase mal hereinzustecken, wenn dort produziert wird. Ich bin gespannt.

# 19.08.2004 18:09 · Antworten · Finnland

Tuesday, 17.08.2004

Vorlesungsverzeichnis


 Tiedepuisto (Science Park).

Heute hatte ich einen Termin bei einem Informatik-Professor. Dadurch habe ich zum ersten mal den “Science Park” von innen gesehen, in dem die Informatik-Fakultät beherbergt ist. Heieiei, das ist ein ganz feines, modernes Gebäude, es machte einen sehr hellen und überhaupt arbeitsfördernden Eindruck auf mich.

Die gute Nachricht ist, es gibt einige Angebote aus meiner Vertiefungsrichtung Softwaretechnik. Die schlechte ist: das ist die einzige Richtung, deren Veranstaltungen praktisch alle komplett auf Finnisch sind. Ansonsten war das Gespräch nicht so furchtbar erhellend, es sieht so aus, als müsste ich mir meine Vorlesungen mühsam einzeln aus den verschiedensten Quellen zusammenklauben, und dann bei den jeweiligen Professoren vorstellig werden, um zu erbitten, dass ich die dazugehörige Klausur auf Englisch und meist wohl mit Literatur bestreiten kann.

# 17.08.2004 19:22 · Antworten · Finnland

Sprechen Sie …?

Davids Fahrrad hat einen Platten, also haben wir es gestern zu den Leuten gebracht, wo wir es gemietet haben, damit sie es reparieren können. Da David nicht so gut Englisch spricht, habe ich das für ihn übernommen. Es entspann sich folgender Mini-Dialog zwischen mir und dem MannAmTresen:

W: Puhutteko englantia?
M: Yes, I do. Puhutteko suomea?
W: … err … en puhu.

NOCH nicht!

# 17.08.2004 07:45 · Antworten · Finnland

Sunday, 15.08.2004

Tour de Joensuu


 Rantakylä.

Heute morgen habe bin ich mit dem Rad ein wenig durch Joensuu gefahren, genauer gesagt durch zwei Stadtteile, die ich bisher nicht kannte. Also, genaugenommen ist z. B. Rantakylä eigentlich gar keine Stadt, sondern ein Wald mit Häusern drin. Es hat teilweise Schrebergarten-Atmosphäre, aber es sind richtige Häuser. Leider ist es auch etwas trostlos, zwar irgendwie ein Haus neben dem anderen, aber doch jedes für sich unter den Bäumen. Ich finde, es sah irgendwie einsam aus.

Anschließend war ich im Gottesdienst in der Stadtkirche. Ja, ich weiß – das sieht mir ähnlich, in einen finnischen Gottesdienst zu gehen, obwohl ich garantiert kein Wort verstehe. Na gut, fünf Worte. Es war trotzdem ganz schön, ein ziemlich traditioneller evangelischer Gottesdienst, Liturgie mit vielen gesungenen Teilen, Abendmahl mit irgendwas sehr merkwürdigem als Wein, und einem Mordstempo beim Glaubensbekenntnis/Vater unser. Auf Dauer werde ich aber nach einer anderen Gemeinde Ausschau halten, vielleicht habe ich sogar irgendwo eine Chance, mit meiner Gitarre unterzukommen.

# 15.08.2004 12:04 · Antworten · Finnland

Saturday, 14.08.2004

Olympia

Gestern war “Markttag”, die gesamte Sprachkurs-Gruppe schwärmte aus, um auf dem Markt verschiedene Fragen zu beantworten – was kosten die Himbeeren, sind die gegrillten Fische auf dem Markt oder in der Markthalle billiger, usw.

Danach besichtigten wir sowohl die orthodoxe wie auch die evangelische Kirche. Interessanterweise befinden die sich an den entgegengesetzten Enden ein und derselben Straße: “kirkkokatu”.

Am Abend war ich mit David aus Frankreich, Gherardo aus Italien, Pavla, Monika und Klára aus der Tschechei in einer Bar (sogar mit eigener Webseite…), um uns die Eröffnungsfeier der olympischen Spiele anzuschauen, die dort per Beamer gezeigt wurde. Der Kommentar war natürlich auf Finnisch, aber selbst das ging irgendwann im Musik-Getümmel unter. Aber egal, die Feier war ein wildes Nebeneinander von Symbolismen, von Geburt, Mathematik, Engeln, einem fliegenden Eros, bis zu lebendigen Vasenmalereien. Und dann natürlich der Einzug der Teams, die Länder nach ihren griechischen Namen und dem griechischen Alphabet geordnet – das gab ein feines Rätselraten, wann welches Land wohl dran ist.

# 14.08.2004 11:36 · Antworten · Finnland

Wednesday, 11.08.2004

Kinozeit

Wenn wir uns gerade nicht den Kopf über Stufenwechsel und Vokalharmonie zerbrechen, wird uns von den Sprachkurs-Veranstaltern immernoch einiges geboten: z. B. jede Woche ein finnischer Film, glücklicherweise mit englischen Untertiteln. Letzte Woche war es “Der Mann ohne Vergangenheit” (Mies vailla menneisyyttä), Oscar-nominierter Cannes-Gewinner von Aki Kaurismäki, und heute gab es “Perlen und Schweine” (Helmiä ja sikoja), der größtenteils hier in Joensuu gedreht wurde.

Finnische Filme sind irgendwie… eigen-artig. Es herrscht ein gewisser melancholischer Unterton, vermischt mit einer grund-positiven Lebenseinstellung. Eine sehr merkwürdige Mischung, aber sie gefällt mir recht gut.

# 11.08.2004 20:18 · Antworten · Finnland

Tuesday, 10.08.2004

Jetzt ist es amtlich

Finnisch ist eine komplexe Sprache. Ich würde ja schon fast schwer sagen, aber das wäre dann doch zu tendenziell. Nicht, dass man das Zeug nicht verstehen könnte. Aber es ist schlicht mal ein riesiger Haufen von Regeln, nur um meinetwegen eine Pluralform zu bilden:

keksi (“Keks”) hat den Stamm keksi-.
0. Das Pluralkennzeichen ist -i-, die Kasusendung ist -a oder -ä, je nach Vokalharmonie; in diesem Fall -ä.
Wir erhalten: keksi - i - ä
1. Stamm-i mit Plural-i wird zu e: kekse - i - ä
2. Plural-i zwischen Vokalen wird zu j: kekse - j - ä
→ keksejä

Ich muss ja sagen, dass mir das einen Heidenspass macht. Solange ich viel Zeit habe, mein Lexikon neben mir liegt, und ich in aller Ruhe irgendwas auseinanderpfriemeln kann. Aber jetzt stell sich mal eine vor, ich soll in der Sprache was sagen…!
Da habe ich grob geschätzt 0,1 Sekunde Zeit, mir zu überlegen, was es heißt, “ich kaufe Kekse”. Und das ist schlicht nicht zu schaffen, wenn man es regelbasiert angeht. Ich bin ja mal sehr gespannt.

Empfang mit Musik

Heute abend gab es ein nettes Abendmahl mit Begrüßung durch den Rektor der Uni Joensuu und Musik der a-capella-Gruppe Voca, eine Gruppe von acht Frauen, die moderne finnische Volksmusik darbietet. Es war sehr gut, den Leuten war ihre Begeisterung für ihre Musik anzumerken, und was sie aufgeführt haben, war sehr gut gemacht. Stilistisch war es ähnlich wie Laïs, was mir sowieso recht gut gefällt. Ein feiner Abend also.

# 10.08.2004 20:43 · Antworten · Finnland

Sunday, 08.08.2004

Ja, es gibt hier Mücken


 Finnische Landschaft.

Gestern waren wir im Nationalpark Koli. Die Landschaft dort ist genau so, wie man sich Finnland vorstellt, selbst wenn man eigentlich überhaupt keine Ahnung von Finnland hat. Ein riesiger See mit kleinen Inselchen, und ansonsten Wald so weit das Auge reicht. Bilder vom Ausflug gibt es von der Camera obscura.

Am Nachmittag waren wir dann noch an der Lebens- und Wirkensstätte von Eeva Ryynäinen, einer wichtigen finnischen Bildhauerin, die mit Holz gearbeitet hat. Das bemerkenswerteste ist vielleicht die Holzkirche, die sie entworfen und gestaltet hat. Ursprünglich als Weihnachtskirche gedacht, wird sie jetzt regelmäßig für Gottesdienste genutzt.

Ich bin ordentlich zerstochen, aber ob die ganze Mücken-Angelegenheit so dramatisch ist, wie viele behaupten, möchte ich mal bezweifeln. Allerdings bin ich nun auch keine Camper-Natur…
Ansonsten ist es hier hauptsächlich weitläufig. Wir sind zum Teil mit dem Bus wie selbstverständlich über ungeteerte Waldwege gefahren, die aber wohl ernsthafte Landstraßen sein sollen, samt Ausschilderung und allem.
Am Abend habe ich noch zwei Kommilitioninen geholfen, jeweils ihren Internet-Zugang zum Laufen zu kriegen - zwei glückliche Leute mehr in der Stadt.

# 08.08.2004 16:07 · Antworten · Finnland

Friday, 06.08.2004

Aussprache

Ich schätze, man kann von Glück reden. Die Deutschen Laute sind den Finnischen sehr ähnlich, und ich kann das Zungen-R. Damit bin ich schon irgendwie deutlich besser dran als beispielsweise David, ein Kommilitone aus Frankreich. Außerdem habe ich festgestellt, dass es im Finnischen kein “sch” gibt, so dass bei Lehrerinnen und Tutoren einige englische Wörter etwas anders klingen (z. B. “Finnisss” statt “Finnish”).

Als nächstes sollte ich mir die ca. 15 Regeln einprägen, nach denen regelmäßige finnische Nomina ihren Stamm verändern. Und dann kommen die unregelmäßigen dran. Leider ist die Grammatik-Lehrerin heute nicht wesentlich strukturierter geworden, also greife ich halt zum Buch. Aber egal, Finnisch lernen macht mir Spass, und das ist glaube ich erstmal die Hauptsache.

Die wichtigste Nachricht des Tages ist allerdings: Meine Koffer sind angekommen. (!!) Die Post hat es geschafft, obwohl ich meine Adresse nur unvollständig draufgeschrieben hatte - die Zimmernummer fehlte… Jetzt habe ich genug anzuziehen, und auch sonst fühle ich mich irgendwie wohler. Morgen machen wir u. a. eine Exkursion in den nahegelegenen Nationalpark Koli. Eigentlich wollte ich ja nach Helsinki zur Assembly fahren, und dort Theuni, Kobo, Rez und Igel treffen, aber da morgen Programm ist, fällt das leider aus.

Glücklicherweise sind die Koffer heute gekommen, so kann ich morgen meinen Photo mitnehmen und hoffentlich ein paar hübsche Bilder machen.
Ach ja: Man muss nicht immer tietojenkäsittelytiede sagen, abgekürzt wird das nämlich TKT.

# 06.08.2004 19:38 · Antworten · Finnland

Thursday, 05.08.2004

Vorstellungsrunde

Heute konnten wir unsere drei Lehrerinnen erstmals in Aktion erleben. Ich bin ja gespannt, was daraus wird. Sie haben die verschiedenen Gebiete unter sich aufgeteilt, und die Grammatikerin wirkt unstrukturiert, die Wortschatzdame einschüchternd und die Aussprechende sehr freundlich und aufgeschlossen.

Ansonsten lässt sich der heutige Unterricht in etwa so zusammenfassen:

Minun nimeni on Wolfgang, minä olen kotoisin Saksasta, ja minä opiskelen (festhalten) tietojenkäsitellytiedettä.
Mein Name ist W, ich komme aus DE und studiere Datenverarbeitungswissenschaft.

Bin ich froh, dass es im Deutschen Fremdwörter wie “Informatik” gibt.

Hallo, Welt

Und nachdem ich eigentlich überhaupt nichts weiter getan habe, außer das Kabel ein siebtes oder achtes Mal einzustecken, tut jetzt auch plötzlich der Internetanschluss auf meinem Zimmer. Das ist schön, so bekomme ich nicht nur in Ruhe meine Emails, sondern kann auch bequem Logbucheinträge machen.

# 05.08.2004 19:54 · Antworten · Finnland

Wednesday, 04.08.2004

Ankunft in Joensuu

Die Reise selbst verlief sehr gut und ohne weitere Probleme, wir wurden sogar entgegen der ursprünglichen Ankündigung direkt am Flughafen in Joensuu abgeholt und zu unseren jeweiligen Wohnheimen gebracht.

Heute war “Orientation” angesagt, also Vorstellung der Mitarbeiterinnen des Sprachkurses, des Stundenplans und des Programms. Danach teilten sich die insgesamt 32 Leute in vier Gruppen und wurden von Tutoren (Studenten) durch die Uni geführt.

Spass mit dem Rad

Am Nachmittag machten wir dann die Runde zu verschiedenen bürokratischen Einrichtungen, Wohnheim, Studentensekretariat usw. usf.
Das Fahrrad, das ich mir leihen wollte (alter Göppel für 5 Euro/Monat vom Roten Kreuz oder etwas ähnlichem), wurde während des Vertragsausfüllens erstmal prompt geklaut - schönen Dank auch; aber außer ‘nem Schreck ist nichts passiert, die Leute dort nahmen es relativ locker und gaben mir schlicht ein anderes. Puh.

Jetzt bin ich also erfolgreich vehikelisiert, und das ist auch ganz gut so, denn von meiner Wohnung bis zur Uni braucht man zu Fuß 30 Minuten - mit dem Fahrrad nur die Hälfte. Und da alles hier ziemlich flach ist, kommt man auch sonst ganz gut damit zurande.

# 04.08.2004 18:06 · Antworten · Finnland