Computerlogbuch

Friday, 28.09.2007

Ein gutes Provisorium


 Kleiderregal aus Pappkartons.

… ist trotzdem keine Dauerlösung. Ich bin umgezogen und arbeite ab Oktober an der Uni Karlsruhe am Institut für Programmstrukturen und Datenorganisation (IPD) an meiner Dissertation. Meine Wohnung ist noch ziemlich möbellos, bis auf einen kleinen Tisch und Stuhl, die ich aus Tübingen mitgebracht habe. Aber mit Hilfe von Pappkartons aus dem Supermarkt kann man recht brauchbare Regale basteln. Der Elektriker hat bereits Kühlschrank, Waschmaschine und Herd gebracht, sodass ich grundlegend ganz gut gerüstet bin. Trotzdem möchte ich auf Dauer doch lieber richtige Möbel haben, die nicht umzukippen drohen, wenn man sie nur scharf ankuckt.

Zu diesem Zweck habe ich denn auch ein örtliches Küchenstudio aufgesucht, um mich zu informieren, wie das denn wäre mit Küchenmöbeln. Zuerst war ich hier in Durlach um die Ecke bei einem Küchenstudio, das diesen Namen tatsächlich verdient: Ein mittelkleines Ladengeschäft mit anderthalb Austellungsküchen eingerichtet, edles Design, klar und kalt, meiner Ansicht nach absolut nicht hübsch, aber bestimmt sehr teuer. Mich beriet ein mittelalter Herr mit weißem Haar, vom Habitus her Architekt, würde ich schätzen. Ich legte ihm meine handgezeichneten Grundriss-Skizzen vor, die er flink auf einen Block Millimeterpapier übertrug. Dazu hatte er ein dreiteiliges Lineal (quasi sternförmig), das auf den unterschiedlichen Seiten jeweils den passenden Maßstab aufgetragen hatte. Anschließend malte er routiniert die verschiedenen Unter- und Oberschränke, Regale und Arbeitsplatte hin, und nach ein zwei Rückfragen und Verschiebungen hatte er eine Einrichtung aufgezeichnet, die stimmig war, wo man einmal draufkuckte und nur noch dachte, na klar, so muss das sein. Man merkte deutlich, dass er viel Erfahrung mit sowas hatte, und wahrscheinlich war das so ungefähr die hundertste einzeilige Küche, die er geplant hatte.

Ganz im Gegensatz dazu dann die Erfahrung im regionalen Riesenmöbelhaus, das ansonsten eine gute (und große) Auswahl mit ordentlicher Betreuung bietet. Der Mensch, der mich da in der Küchenabteilung empfangen hat, hatte absolut kein Gespür, für das, was er tat. Er hackte nur nacheinander Elemente in sein Computerprogramm, und fummelte abschließend solange an irgendwelchen obskuren Schrauben herum, bis der Gesamtpreis grade so in dem Rahmen lag, den ich ihm angegeben hatte. Ich warte jetzt gespannt auf das Angebot vom Fachmann und hoffe, dass ich es bezahlen kann – denn dort fühle ich gut beraten, im Gegensatz zum Rabattschlachtverkäufer, dessen Kücheneinrichtung ich keine zwei Meter über den Weg traue.

# 28.09.2007 19:14 · Antworten · Tag