Computerlogbuch

Mittwoch, 01.06.2005

Extreme Blue Bewerbertag

Die Anreise

Mit dem Bus nach Dettenhausen und von dort mit der Schönbuchbahn nach Böblingen. Hört sich einfach an, ist es im Prinzip auch, nur der Fahrkartenautomat in Dettenhausen hatte einen richtig miesen Tag: Geldkarte “wird zur Zeit nicht akzeptiert”. Münzen: hab ich keine. Geldscheine: 5er will er nicht, 10er will er nicht, und überhaupt. Die nächste Kundin hat genau so wenig Glück, aber sie hat immerhin einen 10er den er frisst – mit dessen Hilfe komme ich dann doch noch zu meiner Fahrkarte.

Der Dresscode

5 Extreme Blue Bewerber: 2x kurzes Hemd und Jeans, 1x langes Hemd und Jeans, 1x dunkler Anzug ohne Krawatte, 1x Kombination mit Krawatte (ich).
1 IBM Bewerber, der nochmal assessed werden sollte wegen Festanstellung: Anzug und Krawatte.
Ich habe mich nicht furchtbar overdressed gefühlt, also alles gut soweit.

Ach ja: 4 von den 5 kommen aus bzw. studieren in Tübingen…

Der Ablauf

Jeder hatte seinen eigenen Ablaufplan, hier ist meiner:

09:00 – 09:40 Einführung und Vorstellung von Extreme Blue Das Ding ist ein Mords-Happening
09:40 – 09:45 Vorstellung der Beobachter 6 Bewerber, 5 Beobachter: Big Blue is watching you
09:45 – 10:10 Übung: Diskussion Urlaubsplanung, und alle wollen im August wegfahren. Das ging erstaunlich schnell und unkompliziert, denn jeder zeigte sich kompromissbereit.
10:10 – 11:00 Pause Ich hatte mich innerlich auf einen total stressigen Tag eingestellt, wo es Schlag auf Schlag nur so auf einen einhagelt. Daher war ich angenehm überrascht, wie entspannt das Ganze ablief – sogar mit Pause und Butterbrezel.
11:00 – 11:50 Human Resources Interview Ein Vorstellungsgespräch. Wer sind Sie, was machen Sie? Warum zur IBM? Was tun Sie am liebsten / am ungernsten? Wo wollen Sie in zwei Jahren sein?
Über einige Dinge habe ich schlicht noch keinen so genauen Plan, das wäre aber vermutlich schon besser angekommen. Ansonsten, das sind Vollprofis, die haben das Interview sehr gut geführt.
11:50 – 12:30 Übung: Architektur (aka Buzzword Bingo!) Brainstorming zum Thema, wie können wir in unserer Abteilung, die Hochverfügbarkeitslösungen entwickelt, neue Geschäftsfelder erschließen, die sich in IBMs “on demand”-Strategie einfügen?
Ich bin erstaunt, dass wir überhaupt irgendwas an die Tafel gebracht haben. Mehr heiße Luft war selten.
12:30 – 13:30 Mittagessen Vielleicht ist es ja selektive Wahrnehmung, aber ich behaupte, in der Kantine waren bestimmt 90% Männer.
13:30 – 14:30 Fachinterview: XML Parsing auf dem Cell Prozessor In Extreme Blue gibt es mehrere Projekte, und die jeweiligen Leiter würden einen nun unter fachlichen Aspekten interviewen. Ich habe da glaub ich was missverstanden, denn was passierte war, dass der Mensch sein Projekt vorstellte und ich aufmerksam zuhörte.
14:30 – 15:30 Fachinterview: Dynamic Infrastructure in der Websphere-Umgebung Anschließend erzählte ich kurz was zu meinem Hintergrund, und … ob ich noch Fragen hätte. Vielleicht war das die Stelle, an der man hätte clever sein sollen. Ich meinte eigentlich nur, ich hätte das so weit ganz gut verstanden.
15:30 – 16:00 Übung: Präsentation 10 min Vorbereitung, 5 min Präsentation (alleine, vor den versammelten Beobachtern) über das Brainstorming vom Vormittag mit einem eigenen Schwerpunktthema. Sprich, der Inhalt ist sowieso Brot, es geht ums Präsentieren. Ich weiß, dass ich das noch nicht so besonders gut kann, ich habe mich bemüht, ein Bildchen zu malen, in der Hoffnung, das helfe. Ansonsten: Braucht man Drucker für outgesourcte Rechenzentren? (so eine der Nachfragen… ich hoffe nur, meine Antwort, “nicht wenn man nicht Druckereien Konkurrenz machen will” war nicht zu flapsig)
16:00 – 16:30 Pause Habe ich schon erwähnt, dass ich es toll fand, wie entspannt das Ganze war?
16:30 – 17:30 Fachinterview: Das virtualisierte Rechenzentrum siehe oben.
17:30 – 18:00 Übung: Projektwechsel Es gibt eine interessante Aufgabe im Nachbarprojekt, befristet, 3 Leute wollen sie haben und sollen sich nun einigen, wer hingeht. Hier zahlt es sich glaube ich deutlich aus, solche Übungen schon mal gemacht zu haben, jedenfalls hat uns der eine mit ein paar fix hervorgezauberten Argumenten ziemlich meisterlich an die Wand gespielt. Ich konnte ihm gerade noch einen Kompromiss abringen, aber die Runde ging an ihn – Respekt.
18:00 – 18:30 Abschlussgespräch Wie war’s, leben Sie noch, etc. Da wir etwas vor der Zeit waren, hab ich dann sogar die Bahn um 18:11 noch gekriegt.

Fazit

Eine sehr professionell durchgeführte, und aus meiner Sicht angenehme Veranstaltung (lies: er hat überhaupt nicht gebohrt, ich hatte es mir wesentlich schlimmer vorgestellt).

Das Ergebnis erfahren wir nächste Woche, und dann gibt es auch Gelegenheit, bei seinem Hauptbeobachter um Rückmeldung nachzufragen. Wenn ich den Platz kriege, wird es super cool und super stressig, und wenn nicht habe ich immerhin mal ein Assessment Center erlebt, und das ist auch deutlich was wert.

# 01.06.2005 09:00 · Antworten · Computer