Computerlogbuch

Donnerstag, 31.03.2005

Es ist Sommer!

Und damit meine ich nicht die kürzliche Umstellung zur Sommerzeit.

Aber ich muss wohl irgendwas verpasst haben, denn “plötzlich” haben wir Tageslicht fast von 6 bis 20 Uhr. Und nicht nur irgendein Tageslicht – heute morgen war es klar und frisch wie es in Deutschland nur im Hochsommer ist; wenn man weiß, der Tag wird heiß, aber noch ist es kühl und erfrischend. Aber ich finde ja sowieso, dass morgens die beste Zeit des Tages ist.

Hier bringen die wärmeren Temparaturen vor allem jede Menge Schlamm und Kies zum Vorschein, und man muss sich vorsehen, um nicht plötzlich in eine Pfütze mit Bodensee-Ausmaßen zu stolpern. Aber das macht nichts, denn der Sonnenschein macht einfach gute Laune.

# 31.03.2005 17:40 · Antworten · Finnland

Samstag, 26.03.2005

Koli im Winter


 Der zugefrorene Pielinen-See.

Da der Koli-Nationalpark gleichzeitig ein beliebtes Skigebiet ist, konnten wir mit dem Samstags-Skibus, den wohl ein Skiverein in Joensuu organisiert, problemlos einen Ausflug dorthin machen. Ich war ja im Sommer schon einmal dort, und die Landschaft ist zu jeder Jahreszeit einfach zauberhaft.

Bilder von dort und von unserer Wanderung über den zugefrorenen See Pyhäselkä in Joensuu gibt es in der Camera.

# 26.03.2005 15:02 · Antworten · Finnland

Freitag, 25.03.2005

Lachs mit Brokkoligemüse


 Lachs.

Kartoffeln als Salzkartoffeln kochen. Zwiebel würfeln und anbraten, dann Brokkoli dazugeben, mit etwas Wasser braten/dampfen/dünsten; mit Sahen ablöschen und mit Brühwürfel und Salz/Pfeffer abschmecken. Den Lachs salzen und pfeffern und beidseitig gut durchbraten.

# 25.03.2005 13:57 · Antworten · Kochen

Donnerstag, 24.03.2005

Die Verwirrung klärt sich auf


 Ein schematischer Grundriss der Suvikatu 19. In groß (287 KB)

Über Ostern sind Jo und Katja aus Tübingen hier zu Besuch. Und Jo, ganz Ingenieur, hat nebenbei endlich die quälende Frage beantwortet, wie dieses Wohnheim mit seinen zwei unverbundenen Treppenhäusern und einem Lift, der abwechselnd im einen oder anderen hält, eigentlich aufgebaut ist.

# 24.03.2005 14:44 · Antworten · Finnland

Mittwoch, 16.03.2005

Lisp steckt an

“Lisp is worth learning for the profound enlightenment experience you will have when you finally get it; that experience will make you a better programmer for the rest of your days, even if you never actually use Lisp itself a lot.” – Eric S. Raymond

Da muss was dran sein. In meiner Studienarbeit habe ich gerade ein “dummes” Objekt in der Mache (praktisch nur Eigenschafts-Felder), das sich in einen Tab-getrennten String ausgeben soll, also einerseits die Feldnamen und andererseits die Werte. Woran ich ziemlich sofort dachte, war das hier (das Beispiel ist so gut wie korrektes Python1):

    _fieldNames = ["Timestamp", "Location"]
    def fieldNames(self):
        return "\t".join(_fieldNames)

    def fieldValues(self):
        return map(lambda field: self.field, _fieldNames)

Das ist nix besonderes, ein total normales funktionales Idiom, das aber für mich den Nagel auf den Kopf zu trefen scheint – also frisch ans Werk. Das Projekt ist in Java, daher kommt am Ende trotz Jakarta Commons Beanutils und Collections leider eine gewisse Monstrosität auf:

    private String[] _fieldNames = { "Timestamp", "Location" };

    public String fieldNames() {
        return ListUtils.joinList(getFieldNames(), "\t");
    }

    public String fieldValues() {
        Collection fieldValues = CollectionUtils.collect(Arrays.asList(_fieldNames), new ReadFieldTransformer());
        return ListUtils.joinList(fieldValues, "\t");
    }

    private class ReadFieldTransformer implements Transformer {
        public Object transform (Object input) {
            String name = (String) input;
            name = name.substring(0, 1).toLowerCase() + name.substring(1);
            try {
                Object value = PropertyUtils.getProperty(Event.this, name);
                return value.toString();
            } catch (Exception e) {
                // nyi: proper exception handling
                throw new RuntimeException(e);
            }
        }
    }

Aber trotzdem glaube ich, dass das eine der kürzesten generellen Formulierungen für das Problem ist.

1 Wie die richtige Inkantation aussieht, damit der Feldzugriff self.field in der letzten Zeile wie gewünscht funktioniert, übersteigt mein derzeitiges Python-Fu.

# 16.03.2005 16:07 · Antworten (6) · Computer

Dienstag, 15.03.2005

Der Maulwurf ist erfinderisch


 Maulwurftorte.

Was macht man, wenn man eine Torte backen will, aber keine Kuchenform zur Hand hat? Man kauft Wegwerf-Grillpfannen aus Aluminium. Leider musste ich sie aufschneiden, denn ich hatte keinen Teller, der groß genug für die 29 cm Durchmesser gewesen wäre. Und bevor jemand fragt: Jupp, ich mag Maulwürfe.

# 15.03.2005 13:56 · Antworten · Kochen

Montag, 14.03.2005

Schneeschuh-Wandern


 (M)ein Schneeschuh.

Es gibt in Joensuu an der Berufsschule(?) eine Ausbildung zum “nature guide”, und weil einige der Studenten dort Praxiserfahrung benötigen, haben sie kurzerhand eine Schneeschuh-Exkursion für Austauschstudenten organisiert. Zu dem Zweck sind wir nach Liperi gefahren, etwa 10 km außerhalb von Joensuu. Das Wetter war leider größtenteils trübe und es hat geschneit, so dass ich auf der Fahrt schon dachte, das kann ja heiter werden. Und als wir dann noch an einem total eingeschneiten Friedhof vorbeigefahren sind, wo grade mal noch die obersten 10% der Grabsteine aus dem Schnee gekuckt haben, war die düstere Stimmung perfekt.

Aber als wir dann dort waren, hörte es auf zu schneien, und die Sonne gab sich große Mühe, durch die Wolkendecke zu dringen, was ihr leider nicht ganz gelungen ist, aber trotzdem war es recht angenehm. Diese Schneeschuhe sind irgendwie ulkig, man fühlt sich wie Klotz am Bein, und der Trick ist, möglichst gar nicht darüber nachzudenken, sondern einfach ganz normal zu laufen – zumindest hat mir das geholfen, und jedesmal wenn ich über den Schneeschuh an sich sinnierte, fing auch prompt mein Gleichgewicht an zu schwanken. Das hat man nun davon. Die Stöcke braucht man eigentlich auch nur, wenn es stark bergauf oder bergab geht, ansonsten waren sie mir eher im Weg.

Den finnischen Winter kann man eigentlich so richtig nur in der freien Natur genießen, finde ich. In der Stadt ist es meistens eher matschig und ungemütlich, aber im Wald entfaltet das seinen ganz eigenen Zauber. Bilder vom Schnee gibt es in der Camera.

# 14.03.2005 16:48 · Antworten (1) · Finnland

Sonntag, 13.03.2005

Besuch in Kitee


 Mämmi-Reste.

Heute waren wir in Kitee, einem kleinen Nest etwa 60 km von Joensuu, zu Besuch im Gottesdienst, weil Leute aus der Gemeinde etwas über Immigranten- und Missionsarbeit vorstellen, und dazu ein paar echte Ausländer mitbringen wollten. Außerdem sollten wir gleichzeitig auch noch zur Musik beitragen. Das Ganze geriet ziemlich chaotisch, weil vorher nicht so genau klar war, wer nun eigentlich mitkommt und wer nicht; schlussendlich waren die Musiker dann eine Sängern, ich selbst und keine Gitarre, weil Philippe zwar versprochen hatte, uns seine Akustik-Gitarre zu leihen, es aber dann doch vergessen hat. Glücklicherweise war die Kirche in Kitee gut ausgestattet, und wir durften deren Western-Gitarre leihen, die auch gut zu spielen war, solange man unterhalb des 10. Bundes blieb – danach ging das Geschnarre und Verstimme los.

Aber egal, es hat alles soweit ganz gut geklappt. Nach dem Gottesdienst wurden wir zu einem Imbiss eingeladen, und ich hatte die Gelegenheit, eine sehr eigene finnische Spezialität kennenzulernen: Mämmi. Auf dem Bild sieht man nur noch die Reste, denn das Zeug schmeckt ziemlich lecker (süßlich, schwer zu beschreiben), auch wenn es irgendwie gar nicht danach aussieht – eine dunkelbraune klebrige Masse… hergestellt aus Roggenmehl und Malz oder so ähnlich, es ist wohl ziemlich kompliziert (Sini meinte, “das machen auch meine Großeltern nicht selber, sondern kaufen es im Laden.”), eine vor-österliche Speise.

# 13.03.2005 13:43 · Antworten · Finnland