Samstag, 29.01.2005
Maven Tipp des Tages
Ich spiele gerade ein wenig mit XDoclet-2 herum, das als Build-Werkzeug Maven einsetzt.
Hier der Tipp: Wenn man in project.properties
maven.junit.usefile = false setzt, muss man sich nicht
stundenlang darüber wundern, warum der TestCase fehlschlägt, man aber
nie einen Stack-Trace zu Gesicht bekommt – der wird nämlich
standardmäßig irgendwo in eine Report-Datei geschrieben. Total
hilfreich…
Donnerstag, 27.01.2005
Siehst du das Licht?
Heute haten wir ausnahmsweise mal einen klaren Himmel, was natürlich prompt -15 Grad und fallend nach sich zog. Aber darum geht’s gar nicht. Als ich an der Haltestelle auf meinen Bus wartete und auf die Uhr schaute, fiel mir auf, dass es eigentlich schon längst dunkel sein müsste, es war schließlich fast halb fünf. Es war aber noch richtig hell! Genauer gesagt, es hatte wohl gerade angefangen zu dämmern, und hier im Norden dämmert es wesentlich langsamer, als ich das aus deutschen Gefilden kenne. Hinter mir war der Himmel also schon leicht dämmerblau, und vor mir glühte er in allen Schattierungen von Orange bis Hellblau. Wow.
Dienstag, 25.01.2005
Murphy lässt grüßen
Eigentlich wollte ich ja mal in eine finnische Vorlesung gehen, einfach um mal auszuprobieren, ob ich was verstehe oder nicht. Nun gut. Die Dame, die gestern zum Thema “Testen von Programmen” sprach, frühstückt wohl gewonheitsmäßig Maschinengewehre, mal abgesehen davon, dass sie mehr als nur ein wenig nuschelte. 0 Verständnis-Punkte für mich.
Zweiter Versuch, heute morgen, “Datenbanken”. Ich stehe vor dem Hörsaal, an der Tür prangt ein Schild, “reserviert von der Universitätsleitung von/bis”. Auf der Webseite finde ich dann eine Notiz, dass die Vorlesung heute woanders stattfindet – dumm nur, dass ich den Namen dieses Ortes noch nie gehört hatte…
Montag, 24.01.2005
Ein Mikrokosmos
In der Finnischstunde. Dramatis personae:
| Arja | aus Finnland, die Lehrerin |
|---|---|
| Irina | aus Russland, Ende 30, Erzieherin |
| Marion | aus Frankreich, promoviert in Psychologie |
| Wolfgang | aus Deutschland, studiert Informatik |
| Arja: | Kysykää jostakin, mistä hän pitää. | Fragt jemanden, was er gern hat. |
|---|---|---|
| Marion, mistä urheilusta sinä pidät? | Marion, welche Sportart magst du? | |
| Marion: | Minä pidän lentopallosta. | Ich mag Volleyball |
| Arja: | Ja seuraava, ole hyvää. | Der nächste bitte |
| Irina: | Mistä harrastaasta sinä pidät? | Welches hobby-ausüben magst du? |
| Arja: | Anteeksi, mitä? | Verzeihung, wie bitte? |
| Irina: | Mistä harrastaasta sinä pidät? | |
| Arja: | Mitä tarkoitat? | Was meinst du? |
| Irina: | versteh’ mich doch | |
| Mistä harrastaasta sinä pidät? | ||
| Arja: | Huh? | |
| Irina: | versteh’ mich! | |
| Mistä har-ras-taa-sta sinä pidät? | ||
| Marion: | Herrgott, die hält hier wieder den Betrieb auf… | |
| Irina: | Mistä har-ras-taa-sta sinä pidät? | |
| Wolfgang: | Na, die Marion ist aber genervt… Aber kuck mal, sie versteht dich wirklich nicht. Du solltest den Kanal wechseln. Ich glaube, Du meinst, “Welches Hobby magst du?”, aber Arja versteht es nicht. Warum fragst Du sie nicht auf Englisch? Es auf Finnisch zu versuchen ist ja ehrenwert, aber es haut gerade schlicht nicht hin. | |
| Außerdem wird das mit dem Verb an der Stelle nix, da muss ein Substantiv hin. Wie geht das noch gleich… | ||
| (blättert im Wörterbuch) | ||
| Na also: Mistä harrastuksesta sinä pidät? | Welches Hobby magst Du? | |
Samstag, 22.01.2005
Backe, backe Pulla

Pulla.
Ich hatte vom Mittwoch noch Hefe übrig, die musste man ja nutzbringend verwenden, also habe ich Pulla gebacken.
Das Rezept stammt von dem Backkurs, den ich letztes Semester besucht habe, nur der Zuckerguss ist wohl eher nicht ganz originalgetreu…
Donnerstag, 20.01.2005
Schneeeee

Eingeschneiter Fahrradständer.
Auch wenn es hier schon seit Mitte Dezember durchgehend mit um die Null Grad ungewöhnlich warm ist, soll sich keiner beklagen, es sei nicht winterlich genug.
Mittwoch, 19.01.2005
Full House

Volle Küche.
Nach dem traditionellen Saunagang (in unserem Wohnheim immer mittwochs) gibt es meistens irgendwo ebenso traditionell Abendessen. Diese Woche hatte ich einen feinen Zwiebelkuchen gebacken, und eigentlich mit etwa sechs Leuten gerechnet. Wie man auf dem Bild sieht, waren es mehr, aber das machte auch nix, denn Susi hatte eine Packung Eis zum Nachtisch mitgebracht. Im Haus dürfte etwa die Hälfte der Leute über Weihnachten “gewechselt” haben, also gibt es viele neue Gesichter.
Dienstag, 11.01.2005
Son of Suckerfish
Dieser recht merkwürdige Name steht für eine verdammt schlaue Art und Weise, aus ein paar ordentlichen verschachtelten Listen
<ul id="nav">
<li><a href="#">Percoidei</a>
<ul>
<li><a href="#">Remoras</a>
<ul>
<li><a href="#">Echeneis</a></li>
<li><a href="#">Phtheirichthys</a></li>
<li><a href="#">Remora</a></li>
</ul>
</li>
<li><a href="#">Tilefishes</a></li>
<li><a href="#">Tigerfishes</a></li>
</ul>
</li>
</ul>
nur mit der Hilfe von CSS – und etwas JavaScript für Dumme Browser(tm) *hust* MSIE *hust* – ein hübsches Dropdown-Menü zu erhalten:
Und da der HTML-Code dabei klinisch rein bleibt, ist das Ganze auch in Lynx (oder Screen-Readern!) ohne weiteres benutzbar:
* Percoidei
+ Remoras
o Echeneis
o Phtheirichthys
o Remora
+ Tilefishes
+ Tigerfishes
Ich persönlich halte nicht so furchtbar viel von solcherlei Menüs, aber das hier ist eine extrem saubere Methode, sie zu verwirklichen; daher Hut ab und vielen Dank an die Erfinder.
Samstag, 08.01.2005
Zurück im Schnee
An die dumme Idee, über Amsterdam zu fliegen (gut 100% Umweg), hatte ich mich ja gewöhnt. Aber als der Flug Amsterdam – Helsinki dann gut zwei Stunden Verspätung hatte, wegen starken Windes und eines (auch dadurch verursachten?) verspäteten “Anschlussfluges” aus Kanada, fand ich es dann endgültig nicht mehr lustig, denn das brachte meinen doch recht großzügigen Zeitpuffer in Helsinki zum Überlaufen und ich verpasste meinen geplanten Zug. Netto-Result: Ankunft Joensuu um 11 statt um 9. Immerhin hatte der Zug in Joensuu etwa ne Viertelstunde Verspätung, sodass mir die Wahl zwischen 10 Minuten im Schneetreiben den Berg rauflaufen und 5 Minuten auf den Bus warten (der um diese Zeit just nur in der Freitagnacht fährt) relativ leicht fiel.
Ich hatte nicht damit gerechnet, denn die hiesige Wettervorhersage zeigte auch über Weihnachten immer so um 0 Grad, aber es liegt doch ne ganze Menge Schnee. Und der richtige Winter kommt ja angeblich erst noch. Hurra?
In other news: Mein neuer Mitbewohner (statt Ryan) ist Miguel aus Spanien, er promoviert in Forstwissenschaft.
Montag, 03.01.2005
Arrangieren unterwegs
Wenn ich einen Chorsatz schreibe, geht das üblicherweise in zwei Teilen, einem unangenehmen – das Ausnotieren der Melodie (vor allem des Rhythmus’ … brrr), und einem angenehmen – das Ausdenken der zusätzlichen Stimmen, das Einbauen von ulkigen Akkorden ohne dass es jemand merkt, und dergleichen mehr. Die Ten Singer haben mich gebeten, einen Chorsatz für “My Happy Ending” von Avril Lavigne zu schreiben, und nachdem ich den ersten Teil gestern nachmittag ungefähr halb hatte – in dem Lied kann man den Chor nämlich in den Strophen fast die ganze Zeit lustige Dinge singen lassen – ging bei der kreativen Fraktion im Hirn gar nichts mehr, also habe ich es auf sich beruhen lassen.
Heute morgen hatte ich mich mit Teresa in der Stadt auf einen Kakao verabredet, und da sie noch aufgehalten worden war, hatte ich ein bisschen Zeit, an der Haltestelle Stadtgraben zu stehen und zu warten. Nun, die kleine Weile war gut angelegt, da habe ich nämlich im Kopf und leise vor mich hinsingend den Refrain arrangiert, und ich muss sagen, die Oberstimme gefällt mir gar nicht mal so schlecht. Heh.
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