Samstag, 11.12.2004
Pustekuchen
Wenn man in einem fremden Land ist, sollte man damit rechnen, dass nicht alles so ist wie zu Hause. Das ist ja recht und billig, aber dass man hier keine Kirschen kaufen kann, setzt dem Fass doch die Krone auf.
Drehen wir das Ganze ein paar Tage zurück. Olli hatte Geburtstag, und ich wollte für ihn eine feine Schwarzwälder Kirschtorte backen. Alles notwendige Gerät hatte ich mir von verschiedenen Leuten ausgeliehen, einen elektrischen Handrührer um Eischnee und Sahne zu schlagen, und natürlich eine Kuchenform. Also, ab in den Supermarkt und die Zutaten gekauft. Denkste, denn zumindest im mittelgroßen Supermarkt gegenüber gab es schonmal keine Kirschen.
Nun gut, nicht verzagen, es gibt ja immernoch das Riesenmonster “wir verkaufen alles, von Wanderstiefeln zu frischem Fisch” Citymarket im Stadtzentrum. Aber auch dort gähnende Leere. Das ähnlichste dort waren in Rum eingelegte Kirschen, um Nachspeisen zu dekorieren oder sowas. Das kann doch nicht so schwer sein, dachte ich mir, aber offensichtlich…
Ich weiß, dass es irgendwo auf der grünen Wiese vor Joensuu einen echten LIDL gibt, aber zum einen traute ich denen hier inzwischenn alles zu, und zum anderen hatte ich keine Zeit für eine derartige Odyssee. Also habe ich meine Kuchenpläne auf After-Eight-Torte umgestellt, die auch hervorragend ankam.
Belegkirschen übrigens gab es in beiden Märkten kiloweise – allerdings nur grüne! Von den roten zeugte gerade noch das Preisschild am Regal. Der Grund hierfür (plötzlicher Lieferengpass, Hamsterkäufe, …?) ist mir jedoch ebenso verborgen geblieben wie der für den eklatanten Mangel an Sauerkirschen im Glas.
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