Computerlogbuch

Sonntag, 17.10.2004

Wenn … Hälfte … versteht

Heute morgen im Gottesdienst fühlte ich mich wie Antonio Banderas in Der 13. Krieger. Der Film ist grauenvoll schlecht, aber er hat diese eine sehr gute Sequenz, in der gezeigt wird, wie unser Held die ihm unbekannte Sprache seiner Kampfgefährten lernt: Zuerst hört man nur unverständliches Geplapper, aber nach und nach tauchen darin Wörter oder Phrasen auf, deren Bedeutung man kennt. Ganz allmählich sinkt die fremde Sprache ins Unterbewußtsein ab, und am Ende ist der Hühne nebenan am Lagerfeuer schwer überrascht, wenn sich der Held seine Beleidigungen nicht länger gefallen lässt und mit gleicher Münze – in gleicher Sprache – zurückzahlt.

Ganz so drastisch wird es bei mir hoffentlich nicht kommen, aber meine Erfahrung ist ähnlich: In dem Strom von fremden Silben blitzen mehr und mehr bekannte Wörter auf. Ich hoffe, dass sich das irgendwann tatsächlich zu einem brauchbaren Verständnis ausdehnt. Einstweilen mache ich dankbar vom Simultanübersetzungs-Angebot per Kopfhörer Gebrauch.

Eine andere Beobachtung: wenn manche Leute eine Fremdsprache sprechen, haben sie zum Teil eine ganz andere Stimme als in ihrer Muttersprache. Beispielsweise die Englisch-Stimme von Kirsi, unserer Pianistin, ist heller und höher als ihre Finnisch-Stimme. Und, wenig überraschend, ihre Finnisch-Stimme fühlt sich wesentlich “richtiger”, zu ihr passender, an.

# 17.10.2004 14:41 · Finnland
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