Computerlogbuch

Thursday, 30.09.2004

Moment mal

Eigentlich ist es ja logisch, dass man im Finnischen auch einzelne Buchstaben deklinieren kann. Was soll man auch sonst machen, Präpositionen (besser gesagt, Postpositionen) gibt es ja dank der reichhaltigen Kasusfunktionen kaum. Aber trotzdem, ich musste innerlich schon ziemlich grinsen, als unsere Lehrerin uns erklärte: “a wird zu e”:

a muuttaa e:ksi
# 30.09.2004 16:30 · Antworten · Finnland

Sunday, 26.09.2004

Tervetuloa Helluntaiseurakuntaan!

Evan (USA) hatte gesagt, die Gottesdienste würden dort immer auch auf Englisch übersetzt, die Kirche ist nur fünf Minuten von meiner Wohnung entfernt, und ich war am Sonntag vormittag schon wach. Also bin ich schlicht mal hingegangen, zur Pfingstgemeinde von Joensuu.

Nicht nur wurde ich von mehreren Leuten freundlich begrüßt (darunter eine ältere Dame, die mich in tadellosem Englisch ansprach), der Gottesdienst wurde tatsächlich per Kopfhörer simultanübersetzt, nach dem Gottesdienst wurde ich von einem Franzosen zum Mittagessen eingeladen, und ich habe auch noch Anschluss an die Band gefunden, die am Nachmittag für das nächste International Meeting probte.

À pro pos Mittagessen: Philippe wohnt zur Untermiete. In Richtung Flughafen, ca. 15 Minuten mit dem Auto. An einem See. In einer riesigen Landvilla, die irgendeinem reichen Geschäftsmann gehört. Ich traute meinen Augen kaum. Zugegeben, er hat ein Zimmer im Untergeschoss, ziemlich dunkel wegen des darüberliegenden Balkons, und es ist schon ein bisschen am Ende der Welt – ohne Auto geht da gar nix – aber, was für ein Wohnsitz!

Auch wenn mir einiges da schon etwas unheimlich ist, und manche Leute dort in ihrem sehr fundamentalen Christentum mir schlicht und ergreifend Angst einjagen, die meisten sind sehr nett und aufgeschlossen, und ich fühle mich wilkommen und aufgenommen. Vor allem aber fühle ich mich dort wohl.

# 26.09.2004 11:00 · Antworten · Finnland

Saturday, 25.09.2004

Ein Nachmittag in Kontiolahti

Besser gesagt, iltapäivä Kontiolahdessa. Mein finnish friend, Olli, hatte mich eingeladen, seine Eltern zu besuchen. Er sagte, sie wohnen in einem kleinen Dorf in der Nähe von hier. Das war eine ziemliche Untertreibung. Sein Elternhaus1 ist mitten im Wald, direkt am Ufer eines riesigen Sees, und der nächste Nachbar ist über 500 Meter weit weg.

Es war ein richtiger Herbsttag. Über den See Höyviäinen zogen lauter graue Wolken sanft dahin, die Blätter der Bäume hatten alle nur erdenklichen grün-gelb-rot-Töne, und vereinzelt trieben sie sanft auf dem Wasser. Der See ist groß, bis zum Horizont sieht man nichts als Wasser und bewaldete Inseln. Es herrschte eine unglaubliche Ruhe dort, außer dem Murmeln des Sees am Ufer, dem Rauschen des Windes in den Bäumen und ein paar vereinzelten Vögeln stammte das einzige Geräusch von einer Kirche irgendwo im Ort, das der Wind herübergetragen hatte. Es ist nicht in Worte zu fassen, aber dieser Ort hat mich tief beeindruckt. Ich verstehe jetzt, warum es heißt, wer einmal in Finnland war, kommt immer wieder dorthin zurück.

Mit Ollis Mutter war ich dann im Wald Pilze suchen – leider gab es kaum noch welche, es ist schon zu spät dafür. Dafür wachsen dort aber überall Puolukka (Preiselbeeren), die Blaubeerzeit ist jedoch auch schon vorbei. Und natürlich hatte ich Gelegenheit, eine richtige Sauna zu besuchen, das heißt eine mit einem Holzofen. Und ja, es ist ein ziemlicher Unterschied zu einem elektrischen Ofen wie wir ihn z. B. hier im Wohnheim haben: die Luft ist nicht so trocken, sondern im Gegenteil sehr angenehm. Ich war ja in meinem Leben bisher ziemlich genau einmal in einer Sauna, letztes Jahr in Jena mit Theuni, und danach so fertig, dass ich keinerlei Absichten hatte, das zu wiederholen; aber hier genieße ich es um so mehr je öfter ich gehe.

1 an der (stets unverschlossenen) Tür steht “die Korpelainens”, also – natürlich: Korpelaiset. Und Kontiolahti heißt übrigens Bärenbucht. Finnisch ist schon toll.

# 25.09.2004 17:40 · Antworten · Finnland

Friday, 24.09.2004

Nightwish live at Joensuun Areena

Die Areena, eine Sporthalle, wurde letztes Jahr fertiggestellt, sie ist das größte Holzgebäude Europas. Heute war sie Schauplatz des Nightwish-Konzerts. Mit von der Partie waren David und Tina, eine Physikstudentin aus Jena, die mit in Joensuu bei EILC war und jetzt in Helsinki studiert.

Nachdem wir verstanden hatten, dass wir unsere Tickets erst noch in Armbänder umwandeln mussten, wurden wir reingelassen und schauten uns erstmal etwas verloren um. Noch waren nicht besonders viele Leute da, und die Areena ist schon ziemlich groß.

Um 20:30 spielte Twilightning, eine Heavy-Metal-Band aus Imatra. Sechs Jungs mit fliegenden Mähnen, enganliegenden Lederhosen und einer tüchtigen Portion Lärm. Sie spielten eine knappe Stunde, und dann begann das große Warten, denn Nightwish waren erst für nach zehn angekündigt.

Kurz vor zehn begann in den vorderen Reihen einiger Applaus, wir konnten nicht wirklich erkennen warum, denn obwohl wir nur vielleicht 10 Meter von der Bühne entfernt waren, sahen wir gar nichts. Vermutlich hatte da jemand irgendwelche wichtigen Leute auf der Bühne beim Aufbauen beobachtet. Waren wir vorher noch eher am hinteren Ende des Pulks, befanden wir uns jetzt mittendrin. 4000 Leute füllten die Halle etwa zur Hälfte, würde ich schätzen.

Und dann ging’s los. Mit einem großen Knall und Feuerwerk wurde tüchtig losgerockt. Das war ja nun mein erster Besuch auf einem richtigen Rockkonzert, und liebe Güte, es ist laut. Ich war heilfroh, dass ich meine Ohrstöpsel dabei hatte. Die Menge legte auch los, am besten jedoch war ein kleines Mädchen neben uns, vielleicht fünf Jahre alt, das auf dem Rücken/Schultern seiner großen Schwester saß und genauso wie alle anderen die erhobene Faust schüttelte. (Es trug ebenfalls Ohrstöpsel, insofern war ich ganz beruhigt).

Nightwish spielten ihr Programm routiniert, und Tarja, die Sängerin, hat schon eine enorme Bühnenpräsenz. Leider war nicht wirklich zu erkennen, ob sie eigentlich Spass bei der Sache hatten, aber vielleicht dürfen Heavy-Metaler keinen Spass haben, wer weiß. Es wurde ordentlich Show gemacht, mit Flammenwerfern, Regenvorhängen und Konfetti, da steppte durchaus der Bär.

Die Setliste

  1. Dark Chest Of Wonders
  2. Come Cover Me
  3. Phantom Of The Opera
  4. Dead To The World
  5. Nemo
  6. Sleeping Sun
  7. Land Of Destruction (?)
  8. Bless The Child
  9. Ever Dream
  10. Higher Than Hope
  11. Wishmaster
  12. Ghost Love Score
    Zugaben:
  13. Dead Boy’s Poem
  14. Slaying The Dreamer
  15. Wish I Had An Angel

Ich hatte zuerst versucht, mir die Lieder “einfach so” durch nummerieren zu merken, aber das hat nicht geklappt, und deshalb habe ich mir dazu drei kleine Geschichten erzählt:

  1. In einer Truhe1 verbirgt2 sich das Phantom3, das stirbt4, und ist deshalb niemand5 mehr.
  2. Es ist Nacht6 im Land of Destruction7, wir singen dem Kind8 ein Schlaflied, woraufhin es süß träumt9; am Morgen geht die Sonne10 auf (“red sun rising”, danke Tina für diese Zeile, wir wussten beide den Titel nicht).
  3. Der Wishmaster11 hat eine Liebesaffäre12, schreibt seiner Angebeteten Gedichte13, aber die Liebe wird nicht erwidert, deshalb begeht er Selbstmord14 und hinterlässt nur einen Abschiedsbrief15.
# 24.09.2004 23:30 · Antworten · Finnland

Thursday, 23.09.2004

Happy birthday to you

Gestern hatte mein Mitbewohner Ryan Geburtstag. Ich habe ihm natürlich einen Geburtstagskuchen gebacken. Abends kamen dann noch einige Leute zu Besuch, es war ein recht gemütlicher Tag.

# 23.09.2004 10:31 · Antworten · Finnland

Tuesday, 21.09.2004

Finnish Friend Meeting

Heute abend war das lang ersehnte Meeting. Dutzende Austauschstudenten und jede Menge Finnen tummelten sich in der Cafeteria. Es waren alle Altersklassen vertreten, von Studenten über Familien mit und ohne kleine Kinder bis hin zu älteren Herrschaften. Eine sehr feine, bunte Mischung.

Mein finnischer Freund, Olli, studiert Wirtschaft, war zum Austauschstudium in den USA und seine Freundin kommt aus Japan. Ein sehr internationaler Mensch. Er spielt auch Gitarre, hauptsächlich Blues, also ziemlich auf meiner Wellenlänge. Am Wochenende besuchen wir vermutlich seine Eltern in Kontiolahti, ca. 20 km von hier – ich bin schon sehr gespannt.

# 21.09.2004 20:06 · Antworten · Finnland

Monday, 20.09.2004

Hätten Sie’s gewusst?

Heute habe ich für den Finnisch-Kurs einen Text über Jean Sibelius verfasst. Auf finnisch, natürlich. Na gut, besser gesagt habe ich ihn zuerst auf deutsch geschrieben und dann übersetzt. (Ist zwei Stunden für etwas mehr als eine halbe Seite jetzt gut oder schlecht?)

Dabei habe ich in meinem Lexikon erstaunliche Entdeckungen gemacht. Nicht nur, dass “jwd” – janz weit draussen – drinsteht (Übersetzung: “sehr weit weg”), sondern auch deutsche Wörter, die ich noch nie in meinem Leben gehört habe.
Zum Beispiel: uzen.

Wie bitte…?

Die finnische Rückübersetzung ergibt übrigens “necken, ärgern”.

# 20.09.2004 18:04 · Antworten · Finnland

Saturday, 18.09.2004

Full English Breakfast


 Frühstück!
The last Englishman in Joensuu invites you to his…
Full English Breakfast

Ryan hatte eingeladen, und so fanden sich heute vormittag in unserer Küche viele hungrige Leute ein, und wir genossen das Frühstück auf traditionell englische Art: egg, tomato, bacon, sausage, beans, mushrooms. Mehr Bilder gibt es in der Camera.

Gegen später habe ich dann noch Pfannkuchen gebacken, als Nachtisch/Nachmittagskaffee, und anschließend waren ein paar Leute noch im nahegelegenen Wald spazieren.

# 18.09.2004 18:05 · Antworten · Kochen

Friday, 17.09.2004

You gotta fight / for your right / to PAAAAAARTY!

*ahem*

Es scheint, dass speziell unter den internationalen Studenten eigentlich jede Nacht irgendwo ein geballtes Zusammentreffen stattfindet. Solche Parties sind nun absolut nicht meine Tasse Tee (besser gesagt, Flasche Bier/Wodka), denn es sind schlicht zu viele Leute auf einem Haufen, als dass man sich da wirklich mit jemanden unterhalten könnte – das einzige, was unter einiger Kraftanstrengung vielleicht funktioniert, ist ein paar Namen aufzusammeln.

Ich hoffe ja, dass ich einen anderen Kommunikationskanal auftun kann. Nächste Woche ist das Vermittlungstreffen des “Finnish Friend Programme”, wo interessierte Finnen und Austauschstudenten sich zusammenfinden können. Ich habe meinen designierten Finnish Friend, Olli, gestern schon zufällig getroffen – auf einer Party natürlich. Bizarr, aber Joensuu ist nunmal nicht so groß.

Aber jetzt gleich sind Ryan und ich erstmal nebenan bei Montse zum Abendessen eingeladen.

# 17.09.2004 18:53 · Antworten · Finnland

Wednesday, 15.09.2004

Der Neue

Da heute keine Vorlesungen waren, habe ich es gewagt und einen 2.6er-Kernel aufgespielt. Es hat erstaunlich gut funktioniert, und auch alle Sonder-Treiber (Graphik, Modem, WLAN) ließen sich einwandfrei kompilieren. Ob sie auch funktionieren, wird sich noch herausstellen müssen.

Ich hatte gehofft, mit einem neuen Kernel an der Power-Management-Front etwas weiterzukommen, und ein kleines bisschen bin ich das auch, der Prozessor kann dank powernowd jetzt automatisch heruntergetaktet werden, wenn keine Last vorhanden ist. Das sollte der Batterielaufzeit guttun. Suspend-to-RAM funktioniert leider immer noch nicht, der Gute schläft zwar ein, wacht aber nicht wieder auf – ich habe nach wie vor den Graphiktreiber im Verdacht.

# 15.09.2004 18:03 · Antworten · Computer

Rührei

Es ist gar nicht so schlecht, dass ich etwas außerhalb wohne, dadurch sinkt der Anreiz, zum Essen in die Mensa zu gehen. Heute habe ich mir deshalb Rührei gemacht, und erfreut festgestellt, dass man hier im Supermarkt Eier auch im 4er-Pack bekommt. Das ist für 1-Personen-Haushalte wesentlich besser als 6 oder gar 12 Stück auf einmal; und demnächst gibt’s vermutlich Pfannkuchen.

# 15.09.2004 13:44 · Antworten · Kochen

Tuesday, 14.09.2004

Finnish Workshop

Heute war die erste Sitzung des “Intermediate” Finnisch-Kurses. Von den knapp 20 Leuten ist etwa die Hälfte aus dem Erasmus-Kurs, und die andere Hälfte hat schon ein oder zwei Jahre Finnisch auf dem Buckel – ich befürchte, das wird kein Spass für die, denn wir Erasmus-Leute haben vergleichsweise wenig Ahnung.

Ansonsten hat der Kurs leider sehr viel Ähnlichkeit mit dem EILC, und das heißt wenig reden und viel Frontalunterricht. Seufz. Ich werde wohl versuchen, einen Tandempartner zu finden. Sonntag abend ist internationaler Gottesdienst in Noljakka (am anderen Ende der Stadt), vielleicht trifft man da ein paar nette Leute.

# 14.09.2004 18:46 · Antworten · Finnland

Monday, 13.09.2004

Filmtipp

Gestern abend haben wir, d. h. Montse (Spanien), Yulia (Russland), Ryan (England) und ich (Deutschland) zusammen einen Film angeschaut, der mir sehr gut gefallen hat: The Royal Tenenbaums.

Das ist eine sehr feinsinnige Komödie über eine sehr merkwürdige Familie. Vom Stil her erinnert er mich an die fabelhafte Welt der Amelie. Ansehen!

# 13.09.2004 09:44 · Antworten · Finnland

Friday, 10.09.2004

Nightwish: Wanderlust

Gestern habe ich begonnen, das Intro-Riff von Wanderlust (MP3, 846 KB) zu lernen. (Ist in der Beispiel-Datei leider nicht zu hören…) Ich habe eine Tabulatur zur Orientierung herangezogen, und eigentlich ist es auch gar nicht so schwer.

Aber. *MANN* ist der Typ schnell auf dem Griffbrett. Heidenei.

# 10.09.2004 11:05 · Antworten · Musik

Tuesday, 07.09.2004

Angewandte Völkerverständigung

Es ist eine ganz normale, verrückte Studentenparty. Die Küche und der Flur des Wohnheimzimmers sind überfüllt mit Leuten, man kann sich fast nur noch schreiend verständigen, weil alle anderen es einem gleichtun.

Es wird getrunken und gelacht, auf dem Tisch stapeln sich leere Chipstüten, Bierflaschen und andere undefinierbare Dinge. Barbara aus Österreich steigt hinüber zu Pavla aus der Tschechei, schaut ihr tief in die Augen und sagt den alles entscheidenden tschechischen Satz, den sie gerade von Tomas gelernt hat: “Nejsem hrip!” – “Ich bin kein Pilz!”

Europa wächst zusammen. Und zwar nicht so sehr durch das Schwingen von großtönenden Reden, sondern in den Hinterzimmern und Küchen, irgendwo zwischen vielen Bäumen oder am Meeresstrand.

# 07.09.2004 21:12 · Antworten · Finnland

Monday, 06.09.2004

Orientierung und Service

Das nenne ich Service. Diese Email hatte ich heute morgen in meinem Postfach:

From: Mia Laurila
To: Joensuu international mailing list
Subject: Nightwish

A famous Finnish and North Karelian band NIGHTWISH will give a concert
in Joensuu on September 24 in Joensuu Areena (right next to the university).
First 3000 tickets were sold out in a couple of days,
but now more tickets are available on Monday, September 6.
Tickets (á 25 euros) are sold in a local record shop "Levy-Eskot" .

A rare opportunity to see the band in Finland!
Buy your ticket on Monday!

Über den Teil bis zum “ausverkauft” wußte ich schon Bescheid, und war schon kräftig dabei, mich irgendwohin zu beißen ob der verpassten Gelegenheit. Aber jetzt hab’ ich auch ein Ticket. Yayy.

In other news, es ist Orientation Program, der Rektor der Uni ist sehr sympathisch, aber hat auch nix weltbewegendes erzählt, ich habe mir ein Paar Halbschuhe gekauft, und die wichtigen Informationen muss man sich vermutlich doch wieder selber besorgen. Es geht allerdings das Gerücht von einer Informatiker-Party Ende der Woche, vielleicht kriegt man da mal jemand zu fassen, der sich auskennt.

Außerdem bin ich glücklich, jetzt mit einem Russen und einem Engländer zusammen zu wohnen – so werde ich zumindest zu Hause kein Deutsch reden.

# 06.09.2004 18:04 · Antworten · Finnland

Sunday, 05.09.2004

Dunkel war’s

Als wir am Abend in Joensuu ankamen, war es schon zappenduster. Das wäre noch nicht so ungewöhnlich, aber irgendwie hatte die Mehrzahl der Straßenlampen beschlossen, dass es wohl noch Sommer sei, und war deshalb ausgeschaltet. Ich hoffe ja, dass die sich das im Winter nochmal anders überlegen – es wird schon dunkel genug sein, auch ohne fehlende Beleuchtung…

# 05.09.2004 20:49 · Antworten · Finnland

Saturday, 04.09.2004

Suomenlinna


 Festungsmauer.

Wenn ich einfach so zwölf Stunden schlafe, dann ist was faul, bzw. dann war es nötig. Das Wetter war sonnig und freundlich, was wir zu einem Besuch der Seefestung Suomenlinna genutzt haben. Praktischerweise verkehrt dorthin ein Schiff der normalen Helsinkier Verkehrsbetriebe, so dass wir ohne extra Fahrkarte mit unserem 3-Tages-Ticket die 15 Minuten dorthin gondeln konnten.

Dort haben wir natürlich prompt ein paar Kollegen aus dem Sprachkurs getroffen, die jetzt in Helsinki studieren – die Welt ist klein, und Helsinki ist offenbar echt ein Dorf. Mit ihnen war ich später in der Temppeliaukio-Kirche, die in den rohen Fels hinein gehauen ist. Meine eigenen Photos hat es leider verhagelt. Anschließend haben wir noch den Sibelius-Park samt zugehörigem Monument besichtigt – Jean Sibelius, der wichtigste und bekannteste finnische Komponist.

Suchbild: Was ist das für ein Gebäude?

Noam kocht gerne, und daher gab es am Abend französisch zubereiteten Fisch (lecker!) mit internationalen Gästen.

Hier die Auflösung des Suchbilds.

# 04.09.2004 14:30 · Antworten · Finnland

Friday, 03.09.2004

Moderne Kunst


 Noam und David.

Nach langem Schlafen bis etwa halb 12 sind wir in die Stadt aufgebrochen. Wir haben bei Noam übernachtet, einem Kommilitonen von David aus Caen. Von seinem Zimmer aus kommt man in etwa 25 Minuten ins Stadtzentrum – willkommen in der Großstadt.

Da das Wetter eher bewölkt und teilweise regnerisch war, haben wir das Kiasma besucht, ein relativ neues Museum für moderne Kunst. Allein das Gebäude ist schon eine Kunst für sich, besser gesagt, sich darin nicht zu verlaufen! Aber dafür ist es architektonisch wirklich recht interessant.

Zur Zeit ist dort eine Ausstellung Wireless Experience, in Zusammenarbeit mit dem International Symposium on Electronic Art. Das ist sehr nett, mit einigen der “Exponate” kann man herumspielen, in dem man vor einer Kamera herumläuft, auf Tastaturen herumdrückt und sonstige lustige Dinge tut. Besonders nett (wenn auch meiner Meinung nach nicht sooo originell) war der BeepFree, ein kreditkartengroßes Gerät zur Unterdrückung von Mobilfunksignalen. Angenehme Handy-Stille.

Am Abend hat Noam Spaghetti Bolognese gekocht – sehr lecker. Die Jungs sind dann in irgendeinen Nachtclub losgezogen (und gegen 4:30 wiedergekommen), während ich mich schlicht aufs Ohr gelegt habe, denn ich war immernoch etwas erkältet.

# 03.09.2004 14:24 · Antworten · Finnland

Thursday, 02.09.2004

Reggae live

Am Abend waren wir in einer kleinen Bar namens The Factory. Zunächst machte ein DJ Musik, und verschiedene Afrikaner oder Jamaiikaner oder was weiß ich was für Leute “sangen” dazu. David meinte, die Musikrichtung hieße Dub. Also bittesehr.

Gegen später gab es dann Reggae live, mit Schlagzeug, Bass, Piano, Gitarre, Saxophon und Gesang. Es waren wohl eher Amateure, aber sie haben ihre Sache ganz gut gemacht, besonders die Saxophonistin war ziemlich gut. Leider kann man dasselbe nicht über den Mischer sagen, der fühlte sich nämlich bemüßigt, alle Nase lang irgendwelche Super-Echos wahllos auf irgendwelche Spuren zu drehen, und das machte nun wirklich keinen Spass. Herrjeh, mach nen vernünftigen Sound, und dann lass die Finger davon, verflixt noch mal! Aber wie dem auch sei, es war ganz nett.

# 02.09.2004 22:30 · Antworten · Finnland

Ein internationaler Zug


 Japanische Taschentücher.

Im Zug nach Helsinki hatten David und ich einige internationale Begegnungen. In Joensuu war zu Beginn der Woche eine Konferenz über neue Medien im Bildungswesen oder so ähnlich (deshalb war auch die Mensa geschlossen), und nach deren Ende reisten wohl einige der Teilnehmer ab.

Ich war immernoch etwas erkältet, und ein freundlicher japanischer Mitreisender, der mit seinem Kollegen auf unseren Plätzen saß (war egal, der Zug war ohnehin leer), hat mir Papiertaschentücher gegeben.

Uns gegenüber saß ein Informatik-Professor aus Trento, Italien, der sich mit einer bulgarischen Doktorandin über ein Projekt unterhielt, bei dem mit einem PDA Sprachen gelernt werden. Mit den beiden haben wir uns anschließend sehr nett unterhalten, über Auslandsstudium, Finnland, Sprachen und so weiter.

# 02.09.2004 11:15 · Antworten · Finnland

Nachtrag: Helsinki

Es ist jetzt Montag, 06.09.2004 14;57, ich habe die Einträge für Helsinki aber passend zurückdatiert, so dass sich ein vernünftiger Reisebericht ergibt. Bilder aus Helsinki gibt es wie immer in der Camera.

# 02.09.2004 09:11 · Antworten · Finnland

Wednesday, 01.09.2004

Wo sich Hase und Igel “Gute Nacht” sagen

Gestern abend waren David und ich in Rantakylä zum Kartenspielen eingeladen, bevor heute alle Leute dort nach Helsinki abgefahren sind, weil sie dort studieren werden. Wir hatten einen lustigen Abend mit Wizard, Pantomime, Stadt Land Fluss und vielem mehr.

Auf dem Nachhauseweg, so um 11, sind uns nacheinander ein Igel und ein Hase (ja, ein richtiger Feldhase mit Löffeln und allem Trara) begegnet, die da relativ unbeeindruckt von den komischen Zweibeinern auf Zweirädern in der Landschaft rumgezuckelt sind. Ich fand’s nett, und außerdem bestätigt es meine Ansicht, dass Joensuu eigentlich ein Wald mit Häusern drin ist.

Morgen fahre ich mit David ebenfalls nach Helsinki, ein Kommilitone von ihm hat uns eingeladen, und da werden wir uns bis Sonntag ein wenig die Stadt anschauen, bevor am Montag das Semester losgeht.

# 01.09.2004 14:17 · Antworten · Finnland