Dienstag, 10.08.2004
Jetzt ist es amtlich
Finnisch ist eine komplexe Sprache. Ich würde ja schon fast schwer sagen, aber das wäre dann doch zu tendenziell. Nicht, dass man das Zeug nicht verstehen könnte. Aber es ist schlicht mal ein riesiger Haufen von Regeln, nur um meinetwegen eine Pluralform zu bilden:
keksi (“Keks”) hat den Stamm keksi-.
0. Das Pluralkennzeichen ist -i-, die Kasusendung ist -a oder -ä, je nach Vokalharmonie; in diesem Fall -ä.
Wir erhalten: keksi - i - ä
1. Stamm-i mit Plural-i wird zu e: kekse - i - ä
2. Plural-i zwischen Vokalen wird zu j: kekse - j - ä
→ keksejä
Ich muss ja sagen, dass mir das einen Heidenspass macht. Solange
ich viel Zeit habe, mein Lexikon neben mir liegt, und ich in aller
Ruhe irgendwas auseinanderpfriemeln kann. Aber jetzt stell sich mal
eine vor, ich soll in der Sprache was sagen…!
Da habe ich grob geschätzt 0,1 Sekunde Zeit, mir zu überlegen, was es
heißt, “ich kaufe Kekse”. Und das ist schlicht nicht zu schaffen, wenn
man es regelbasiert angeht. Ich bin ja mal sehr gespannt.
Empfang mit Musik
Heute abend gab es ein nettes Abendmahl mit Begrüßung durch den Rektor der Uni Joensuu und Musik der a-capella-Gruppe Voca, eine Gruppe von acht Frauen, die moderne finnische Volksmusik darbietet. Es war sehr gut, den Leuten war ihre Begeisterung für ihre Musik anzumerken, und was sie aufgeführt haben, war sehr gut gemacht. Stilistisch war es ähnlich wie Laïs, was mir sowieso recht gut gefällt. Ein feiner Abend also.
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