Computerlogbuch

Monday, 30.08.2004

ET telefonieren nach Hause!

Ich habe gerade die Entdeckung des Tages gemacht: web.de FreePhone, ein VoiceOverIP-Gateway. Der ist zwar nicht “Free”, aber Gespräche ins deutsche Festnetz kosten 1,5 ct/min, im Kontrast zu 50 ct/min, die ich mit meinem finnischen Mobiltelefon bezahlen muss.

Das heißt, ich kann mit meinem Computer ganz normale Telefone in DE (oder sonstwo) anrufen, und ich habe sogar eine Kölner Nummer (02222-…), auf der man meinen Computer anrufen kann. Er klingelt sogar! Natürlich nur, wenn er angeschaltet ist.

Ich bin restlos begeistert.

# 30.08.2004 17:29 · Antworten · Finnland

… auch Schneebesen!

Heute hatte die Mensa für gewöhnliche Personen geschlossen, weil an der Uni gerade eine wichtige Konferenz stattfindet. Andere Länder, andere Sitten, ich hätte mir jedenfalls wenigstens eine Vorankündigung gewünscht, dann hätte ich mir die 20 min. Radtrip sparen können.

Aber egal, so standen David und ich eben dort, und haben beschlossen, dass wir dann halt selber kochen. Weil ich Appetit drauf und keine Lust auf langes Kochen hatte, habe ich uns dann lecker Grießbrei gemacht.

Und eigentlich wollte ich David fragen, ob in seiner Küche zufällig ein Schneebesen existiert. Aber – was bitte heißt Schneebesen auf Englisch? (Von Französisch mal ganz zu schweigen, und Finnisch hätte wohl keiner von uns verstanden.) Ich hatte keine Ahnung, wir haben stattdessen einfach nachgeschaut. Natürlich Fehlanzeige, aber es ging auch so.

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# 30.08.2004 13:34 · Antworten · Kochen

Saturday, 28.08.2004

Architektur-Kuriosiät


 Wohnheim in der Latolankatu. In groß (400 KB)

Ein Nachtrag zum Fußballspiel: Ein paar der Studentenwohnheime in Rantakylä sehen den Plattenbauten in Jena schon irgendwie ähnlich. Wahrscheinlich entgeht mir als Westler da irgendwas Wesentliches, aber mir kommt das jedenfalls bekannt vor.

Außerdem habe ich mich erkältet und fühle mich entsprechend. Also bleibe ich zu Hause und kuriere mich redlich.

# 28.08.2004 20:19 · Antworten · Finnland

Friday, 27.08.2004

… vor, noch ein Tor!

Gestern abend hatten wir ein kleines Fußballspiel (6 gegen 6 Leute). Da unter den Teilnehmern keine großen Fußball-Helden waren, war es relativ ausgeglichen. Allerdings entwickelte sich das ganze in ein Duell der Ausdauer bzw. Willenskraft, dem Ball jetzt doch noch einmal hinterherzurennen, auch wenn die Beine dazu eigentlich absolut nicht mehr in der Lage waren.

Wir haben gewonnen, 8:7, aber es war wirklich haarscharf. Und heute morgen fühle ich mich ziemlich gerädert… es hat aber einen Riesenspass gemacht.

# 27.08.2004 10:49 · Antworten · Finnland

Wednesday, 25.08.2004

Goin' Clubbin’

Nach dem offiziellen Teil des gestrigen Verabschiedungsabends mit Überreichung der Zertifikate (“… hat am Intensiv-Sprachkurs teilgenommen”) und der Aufführung unseres Liedes (die sehr gut gelungen ist), ging der größte Teil der Leute ins “Marks”, ein zwar nicht angesagter, aber billiger und daher beliebter Club in Joensuu.

Ich glaube, das war für mich das erste und letzte Mal in so einem Club – ich habe da schlicht nix verloren: Die Musik ist dermaßen laut, dass man sie nicht genießen kann, und an Unterhaltung mit anderen Leuten ist überhaupt nicht zu denken. Es gibt wohl ein paar Leute, die zu späterer Stunde das Tanzbein schwingen (auch nicht meine Tasse Tee), aber ansonsten wird eigentlich hauptsächlich herumgestanden, denn die paar Stühle und Hocker, die es gibt, sind natürlich längst besetzt.

Ein Kommilitone hat es so zusammengefasst: “The idea of this place is to get drunk on cheap beer.” – Danke, ohne mich.

# 25.08.2004 12:39 · Antworten · Finnland

Monday, 23.08.2004

Musik!

Für die morgige Abschiedsparty haben wir für ein Kinderlied, das wir im Unterricht angehört haben, einen neuen Text gedichtet.

Heute abend werden wir Instrumentalisten es proben, wir haben Akk-Gitarre, Akkordeon, Flöte und E-Gitarre. Das dürfte lustig werden.

# 23.08.2004 17:49 · Antworten · Finnland

abook mit Python

Dank Robin Sommer weiß ich jetzt, dass man das Adressbuch von abook mit dem ConfigParser von Python einlesen kann:

import ConfigParser

parser = ConfigParser.ConfigParser()
parser.read('~/.abook/addressbook')

abook = []

for section in parser.sections():
    if re.search('^\d+$', section):
        entry = {}
        for item in parser.items(section):
            entry[item[0]] = item[1]

abook.append(entry)

Und damit kann man sehr praktische Sachen anstellen, z. B. Hooks für mutt aus dem Adressbuch generieren usw. – fein!

# 23.08.2004 08:31 · Antworten · Computer

Saturday, 21.08.2004

Im Botanischen Garten


 Toller Trick: Eine Blume mit echter Biene.

Heute waren wir im Botanischen Garten. Es gibt ein paar Bilder von Blumen in der Camera. Dabei zeigt sich, dass ich kein Glück mit rosafarbenen Blumen habe. Der Kakadu sagt übrigens (wenn überhaupt) “Terve”, also “Grüß dich”.

Anschließend waren wir im Carelicum, der örtlichen Touristeninformation mit eingebautem Museum, wo uns eine ältere Dame patriotische Anekdoten aus ihrem Leben erzählte. Das war recht interessant, und zumindest war es echt. Man kann jedoch festhalten: Krieg ist immer schlimm, egal wo auf der Welt.

# 21.08.2004 16:32 · Antworten · Finnland

Friday, 20.08.2004

Karjalan Piirakkoija1

Heute haben wir eine lokale Spezialität selbst gebacken: Karelische … Küchlein, vielleicht. Das englische Wort ist “pie”, und was vernünfigeres Deutsches fällt mir nicht ein. Bilder von der Aktion gibt es in der Camera obscura.

Um es gleich vorwegzunehmen: ich finde die Dinger scheußlich. Sie schmecken nämlich nach absolut nix. Es sind Roggen-Teigtaschen, die mit in Milch gekochtem (leicht gesalzenem) Reis gefüllt werden. Alternativ wohl auch mit irgendwas aus Kartoffeln oder gelben Rüben. Ach, schaut Euch einfach ein Bild davon an, dann könnt Ihr Euch es vorstellen.

Nach dem Backen (10 Minuten bei 300 (!!) Grad – gibt es eigentlich in der deutschen Küche irgendwas, das bei mehr als 200 Grad gebacken wird?) werden sie in zerlassener Butter geschwenkt, und dann mit einer Paste aus zerstampften Eiern und Butter serviert. Wie gesagt: schlicht und ergreifend nicht mein Fall.

1 Partitiv Plural von Piirakka. Es handelt sich um eine unbestimmte Menge von mehreren Objekten.

# 20.08.2004 20:10 · Antworten · Finnland

Thursday, 19.08.2004

Die größte Maus Finnlands


 ProTools Mischpult. In groß (400 KB)

Gestern abend hatten wir eine Führung in der North Karelian Polytechnic, der örtlichen Fachhochschule. Sie befindet sich im Science Park, und dort gibt es neben Forstwirtschaft (Joensuu ist das europaweite Zentrum auf dem Gebiet) und anderen Dingen auch verschiedene Medien-Studiengänge.

Die Menge von Geld, die dort für die Ausstattung zur Verfügung gestanden hat (unter anderem EU-Förderung wegen strukturschwacher Region, alle Welt wandert nach Helsinki ab), ist un-glaub-lich. Es gibt dort mehrere Tonstudios, deren Räume eigens mit den gewünschten akustischen Eigenschaften gebaut wurden, natürlich mit modernster Technik ausgestattet, was Ton- und Videoverarbeitung anbetrifft. Alles ist vernetzt, so dass man einen Film im einen Raum aufnehmen kann, und dann in jedem beliebigen Editor-Arbeitsplatz im Haus weiterbearbeiten kann.

Da nach dem Stand der Technik die gesammelte Bearbeitung im Computer mittels Software erfolgt, und nicht mehr über spezialisierte Hardware, stellte uns der Dozent das nebenstehende Mischpult als “die größte Maus Finnlands” vor… (Danke an Katrhin für das Photo!)
Da mich solche Sachen doch sehr interessieren, habe ich nachgefragt, und wurde herzlich eingeladen, meine Nase mal hereinzustecken, wenn dort produziert wird. Ich bin gespannt.

# 19.08.2004 18:09 · Antworten · Finnland

Tuesday, 17.08.2004

Vorlesungsverzeichnis


 Tiedepuisto (Science Park).

Heute hatte ich einen Termin bei einem Informatik-Professor. Dadurch habe ich zum ersten mal den “Science Park” von innen gesehen, in dem die Informatik-Fakultät beherbergt ist. Heieiei, das ist ein ganz feines, modernes Gebäude, es machte einen sehr hellen und überhaupt arbeitsfördernden Eindruck auf mich.

Die gute Nachricht ist, es gibt einige Angebote aus meiner Vertiefungsrichtung Softwaretechnik. Die schlechte ist: das ist die einzige Richtung, deren Veranstaltungen praktisch alle komplett auf Finnisch sind. Ansonsten war das Gespräch nicht so furchtbar erhellend, es sieht so aus, als müsste ich mir meine Vorlesungen mühsam einzeln aus den verschiedensten Quellen zusammenklauben, und dann bei den jeweiligen Professoren vorstellig werden, um zu erbitten, dass ich die dazugehörige Klausur auf Englisch und meist wohl mit Literatur bestreiten kann.

# 17.08.2004 19:22 · Antworten · Finnland

Sprechen Sie …?

Davids Fahrrad hat einen Platten, also haben wir es gestern zu den Leuten gebracht, wo wir es gemietet haben, damit sie es reparieren können. Da David nicht so gut Englisch spricht, habe ich das für ihn übernommen. Es entspann sich folgender Mini-Dialog zwischen mir und dem MannAmTresen:

W: Puhutteko englantia?
M: Yes, I do. Puhutteko suomea?
W: … err … en puhu.

NOCH nicht!

# 17.08.2004 07:45 · Antworten · Finnland

Sunday, 15.08.2004

Tour de Joensuu


 Rantakylä.

Heute morgen habe bin ich mit dem Rad ein wenig durch Joensuu gefahren, genauer gesagt durch zwei Stadtteile, die ich bisher nicht kannte. Also, genaugenommen ist z. B. Rantakylä eigentlich gar keine Stadt, sondern ein Wald mit Häusern drin. Es hat teilweise Schrebergarten-Atmosphäre, aber es sind richtige Häuser. Leider ist es auch etwas trostlos, zwar irgendwie ein Haus neben dem anderen, aber doch jedes für sich unter den Bäumen. Ich finde, es sah irgendwie einsam aus.

Anschließend war ich im Gottesdienst in der Stadtkirche. Ja, ich weiß – das sieht mir ähnlich, in einen finnischen Gottesdienst zu gehen, obwohl ich garantiert kein Wort verstehe. Na gut, fünf Worte. Es war trotzdem ganz schön, ein ziemlich traditioneller evangelischer Gottesdienst, Liturgie mit vielen gesungenen Teilen, Abendmahl mit irgendwas sehr merkwürdigem als Wein, und einem Mordstempo beim Glaubensbekenntnis/Vater unser. Auf Dauer werde ich aber nach einer anderen Gemeinde Ausschau halten, vielleicht habe ich sogar irgendwo eine Chance, mit meiner Gitarre unterzukommen.

# 15.08.2004 12:04 · Antworten · Finnland

Saturday, 14.08.2004

Olympia

Gestern war “Markttag”, die gesamte Sprachkurs-Gruppe schwärmte aus, um auf dem Markt verschiedene Fragen zu beantworten – was kosten die Himbeeren, sind die gegrillten Fische auf dem Markt oder in der Markthalle billiger, usw.

Danach besichtigten wir sowohl die orthodoxe wie auch die evangelische Kirche. Interessanterweise befinden die sich an den entgegengesetzten Enden ein und derselben Straße: “kirkkokatu”.

Am Abend war ich mit David aus Frankreich, Gherardo aus Italien, Pavla, Monika und Klára aus der Tschechei in einer Bar (sogar mit eigener Webseite…), um uns die Eröffnungsfeier der olympischen Spiele anzuschauen, die dort per Beamer gezeigt wurde. Der Kommentar war natürlich auf Finnisch, aber selbst das ging irgendwann im Musik-Getümmel unter. Aber egal, die Feier war ein wildes Nebeneinander von Symbolismen, von Geburt, Mathematik, Engeln, einem fliegenden Eros, bis zu lebendigen Vasenmalereien. Und dann natürlich der Einzug der Teams, die Länder nach ihren griechischen Namen und dem griechischen Alphabet geordnet – das gab ein feines Rätselraten, wann welches Land wohl dran ist.

# 14.08.2004 11:36 · Antworten · Finnland

Wednesday, 11.08.2004

Kinozeit

Wenn wir uns gerade nicht den Kopf über Stufenwechsel und Vokalharmonie zerbrechen, wird uns von den Sprachkurs-Veranstaltern immernoch einiges geboten: z. B. jede Woche ein finnischer Film, glücklicherweise mit englischen Untertiteln. Letzte Woche war es “Der Mann ohne Vergangenheit” (Mies vailla menneisyyttä), Oscar-nominierter Cannes-Gewinner von Aki Kaurismäki, und heute gab es “Perlen und Schweine” (Helmiä ja sikoja), der größtenteils hier in Joensuu gedreht wurde.

Finnische Filme sind irgendwie… eigen-artig. Es herrscht ein gewisser melancholischer Unterton, vermischt mit einer grund-positiven Lebenseinstellung. Eine sehr merkwürdige Mischung, aber sie gefällt mir recht gut.

# 11.08.2004 20:18 · Antworten · Finnland

Tuesday, 10.08.2004

Jetzt ist es amtlich

Finnisch ist eine komplexe Sprache. Ich würde ja schon fast schwer sagen, aber das wäre dann doch zu tendenziell. Nicht, dass man das Zeug nicht verstehen könnte. Aber es ist schlicht mal ein riesiger Haufen von Regeln, nur um meinetwegen eine Pluralform zu bilden:

keksi (“Keks”) hat den Stamm keksi-.
0. Das Pluralkennzeichen ist -i-, die Kasusendung ist -a oder -ä, je nach Vokalharmonie; in diesem Fall -ä.
Wir erhalten: keksi - i - ä
1. Stamm-i mit Plural-i wird zu e: kekse - i - ä
2. Plural-i zwischen Vokalen wird zu j: kekse - j - ä
→ keksejä

Ich muss ja sagen, dass mir das einen Heidenspass macht. Solange ich viel Zeit habe, mein Lexikon neben mir liegt, und ich in aller Ruhe irgendwas auseinanderpfriemeln kann. Aber jetzt stell sich mal eine vor, ich soll in der Sprache was sagen…!
Da habe ich grob geschätzt 0,1 Sekunde Zeit, mir zu überlegen, was es heißt, “ich kaufe Kekse”. Und das ist schlicht nicht zu schaffen, wenn man es regelbasiert angeht. Ich bin ja mal sehr gespannt.

Empfang mit Musik

Heute abend gab es ein nettes Abendmahl mit Begrüßung durch den Rektor der Uni Joensuu und Musik der a-capella-Gruppe Voca, eine Gruppe von acht Frauen, die moderne finnische Volksmusik darbietet. Es war sehr gut, den Leuten war ihre Begeisterung für ihre Musik anzumerken, und was sie aufgeführt haben, war sehr gut gemacht. Stilistisch war es ähnlich wie Laïs, was mir sowieso recht gut gefällt. Ein feiner Abend also.

# 10.08.2004 20:43 · Antworten · Finnland

Sunday, 08.08.2004

Ja, es gibt hier Mücken


 Finnische Landschaft.

Gestern waren wir im Nationalpark Koli. Die Landschaft dort ist genau so, wie man sich Finnland vorstellt, selbst wenn man eigentlich überhaupt keine Ahnung von Finnland hat. Ein riesiger See mit kleinen Inselchen, und ansonsten Wald so weit das Auge reicht. Bilder vom Ausflug gibt es von der Camera obscura.

Am Nachmittag waren wir dann noch an der Lebens- und Wirkensstätte von Eeva Ryynäinen, einer wichtigen finnischen Bildhauerin, die mit Holz gearbeitet hat. Das bemerkenswerteste ist vielleicht die Holzkirche, die sie entworfen und gestaltet hat. Ursprünglich als Weihnachtskirche gedacht, wird sie jetzt regelmäßig für Gottesdienste genutzt.

Ich bin ordentlich zerstochen, aber ob die ganze Mücken-Angelegenheit so dramatisch ist, wie viele behaupten, möchte ich mal bezweifeln. Allerdings bin ich nun auch keine Camper-Natur…
Ansonsten ist es hier hauptsächlich weitläufig. Wir sind zum Teil mit dem Bus wie selbstverständlich über ungeteerte Waldwege gefahren, die aber wohl ernsthafte Landstraßen sein sollen, samt Ausschilderung und allem.
Am Abend habe ich noch zwei Kommilitioninen geholfen, jeweils ihren Internet-Zugang zum Laufen zu kriegen - zwei glückliche Leute mehr in der Stadt.

# 08.08.2004 16:07 · Antworten · Finnland

Friday, 06.08.2004

Aussprache

Ich schätze, man kann von Glück reden. Die Deutschen Laute sind den Finnischen sehr ähnlich, und ich kann das Zungen-R. Damit bin ich schon irgendwie deutlich besser dran als beispielsweise David, ein Kommilitone aus Frankreich. Außerdem habe ich festgestellt, dass es im Finnischen kein “sch” gibt, so dass bei Lehrerinnen und Tutoren einige englische Wörter etwas anders klingen (z. B. “Finnisss” statt “Finnish”).

Als nächstes sollte ich mir die ca. 15 Regeln einprägen, nach denen regelmäßige finnische Nomina ihren Stamm verändern. Und dann kommen die unregelmäßigen dran. Leider ist die Grammatik-Lehrerin heute nicht wesentlich strukturierter geworden, also greife ich halt zum Buch. Aber egal, Finnisch lernen macht mir Spass, und das ist glaube ich erstmal die Hauptsache.

Die wichtigste Nachricht des Tages ist allerdings: Meine Koffer sind angekommen. (!!) Die Post hat es geschafft, obwohl ich meine Adresse nur unvollständig draufgeschrieben hatte - die Zimmernummer fehlte… Jetzt habe ich genug anzuziehen, und auch sonst fühle ich mich irgendwie wohler. Morgen machen wir u. a. eine Exkursion in den nahegelegenen Nationalpark Koli. Eigentlich wollte ich ja nach Helsinki zur Assembly fahren, und dort Theuni, Kobo, Rez und Igel treffen, aber da morgen Programm ist, fällt das leider aus.

Glücklicherweise sind die Koffer heute gekommen, so kann ich morgen meinen Photo mitnehmen und hoffentlich ein paar hübsche Bilder machen.
Ach ja: Man muss nicht immer tietojenkäsittelytiede sagen, abgekürzt wird das nämlich TKT.

# 06.08.2004 19:38 · Antworten · Finnland

Thursday, 05.08.2004

Vorstellungsrunde

Heute konnten wir unsere drei Lehrerinnen erstmals in Aktion erleben. Ich bin ja gespannt, was daraus wird. Sie haben die verschiedenen Gebiete unter sich aufgeteilt, und die Grammatikerin wirkt unstrukturiert, die Wortschatzdame einschüchternd und die Aussprechende sehr freundlich und aufgeschlossen.

Ansonsten lässt sich der heutige Unterricht in etwa so zusammenfassen:

Minun nimeni on Wolfgang, minä olen kotoisin Saksasta, ja minä opiskelen (festhalten) tietojenkäsitellytiedettä.
Mein Name ist W, ich komme aus DE und studiere Datenverarbeitungswissenschaft.

Bin ich froh, dass es im Deutschen Fremdwörter wie “Informatik” gibt.

Hallo, Welt

Und nachdem ich eigentlich überhaupt nichts weiter getan habe, außer das Kabel ein siebtes oder achtes Mal einzustecken, tut jetzt auch plötzlich der Internetanschluss auf meinem Zimmer. Das ist schön, so bekomme ich nicht nur in Ruhe meine Emails, sondern kann auch bequem Logbucheinträge machen.

# 05.08.2004 19:54 · Antworten · Finnland

Wednesday, 04.08.2004

Ankunft in Joensuu

Die Reise selbst verlief sehr gut und ohne weitere Probleme, wir wurden sogar entgegen der ursprünglichen Ankündigung direkt am Flughafen in Joensuu abgeholt und zu unseren jeweiligen Wohnheimen gebracht.

Heute war “Orientation” angesagt, also Vorstellung der Mitarbeiterinnen des Sprachkurses, des Stundenplans und des Programms. Danach teilten sich die insgesamt 32 Leute in vier Gruppen und wurden von Tutoren (Studenten) durch die Uni geführt.

Spass mit dem Rad

Am Nachmittag machten wir dann die Runde zu verschiedenen bürokratischen Einrichtungen, Wohnheim, Studentensekretariat usw. usf.
Das Fahrrad, das ich mir leihen wollte (alter Göppel für 5 Euro/Monat vom Roten Kreuz oder etwas ähnlichem), wurde während des Vertragsausfüllens erstmal prompt geklaut - schönen Dank auch; aber außer ‘nem Schreck ist nichts passiert, die Leute dort nahmen es relativ locker und gaben mir schlicht ein anderes. Puh.

Jetzt bin ich also erfolgreich vehikelisiert, und das ist auch ganz gut so, denn von meiner Wohnung bis zur Uni braucht man zu Fuß 30 Minuten - mit dem Fahrrad nur die Hälfte. Und da alles hier ziemlich flach ist, kommt man auch sonst ganz gut damit zurande.

# 04.08.2004 18:06 · Antworten · Finnland